Sieben Schweizer Touristen in Birma
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Sieben Schweizer Touristen in Birma

Die Hotels in Rangun sind leer. Und das wird auch so bleiben: Die Bilder von niedergeschossenen Mönchen liessen die Touristen ihre Reisen stornieren. Nach einer Reisewarnung des Bundes werden nun Schweizer Birma-Reisende zurückgeschafft.

Die Schweizer Reiseveranstalter haben ihre Birmareisen für die nächsten Wochen storniert, da das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) eine Reisewarnung abgegeben hat; Versicherungen würden im Schadensfall nicht zahlen.

Kuoni organisiert in diesen Tagen die Repatriierung von sieben Kunden. Wer im Oktober eine Reise nach Birma geplant hat, kann diese ohne Spesen annulieren oder auf eine andere Destination umbuchen, wie Mediensprecher Peter Brun am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Über die bereits gebuchten Reisen im November - es sind etwa zehn - entscheidet der Reiseveranstalter nach Entwicklung der Situation. Kuoni hat jährlich etwa 200 Buchungen für Reisen nach Birma.

Viele haben nichts mitbekommen

Bereits am Donnerstag hat Wettstein Travelhouse ihre Birmareisenden informiert. «Viele haben gar nichts von den Demonstrationen mitbekommen», sagte Geschäftsführerin Ruth Landolt. Die «paar Dutzend» Reisenden würden nun ihre Ferien wie geplant beenden. Neue Reisen würden vorerst bis zum 15. Oktober nicht durchgeführt. Die Gäste können kostenlos umbuchen.

Wettstein Travelhouse schickt jährlich rund 600 Kunden nach Birma. «Wir kommunizieren täglich mit unseren Reiseleitern vor Ort und besprechen die Lage», sagte Landolt. Ausserhalb Rangun sei es zurzeit ruhig.

Auch Individualreiseanbieter Globetrotter hat seine Kunden informiert. «Sie müssen aber selber entscheiden, ob sie zurückkommen oder bleiben», sagte Mediensprecherin Sandra Studer. Bis Ende Oktober können auch rund 30 Globetrotter-Kunden gratis annulieren oder umbuchen.

Hotels in Rangun sind leer

Die brutalen Bilder von der Niederschlagung der Proteste haben jedoch bereits dafür gesorgt, dass das Interesse der Ferienhungrigen gesunken sein dürfte. «Wir waren für Oktober ausgebucht. Die Leute haben alle storniert», sagte eine europäische Hotelmanagerin am Freitag in Rangun gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Laut Zahlen der UNO-Welttourismusorganisation (UNWTO) ist Birma eines der am wenigsten besuchten Länder Asiens. Etwa 264 000 Personen waren 2006 im Land. (sda)

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