Aktualisiert 11.02.2011 14:45

Rechtsstreit mit MondaineSieg für die Migros im Uhren-Streit

Niederlage für Uhrenhersteller Mondaine: Die Migros darf weiter die «M-Watch» verkaufen. Das Handelsgericht Zürich hat den beantragten Verkaufsstopp abgelehnt.

von
Amir Mustedanagic
Müssen eine bittere Niederlage einstecken: Mondaine-Chef André Bernheim (r.) mit seinem Bruder und Mitbesitzer Ronnie.

Müssen eine bittere Niederlage einstecken: Mondaine-Chef André Bernheim (r.) mit seinem Bruder und Mitbesitzer Ronnie.

34 Jahre lang waren sie Partner, seit vergangenem Jahr kämpfen Grossverteiler Migros und der Uhrenhersteller Mondaine nun um die Markenrechte von «M-Watch» und deren exklusives Verkaufsrecht. Im August 2010 entschied das Zürcher Handelsgericht gegen die Migros und erlaubte Mondaine den Weiterverkauf der Uhr. Der Uhrenhersteller wollte sich im Gegenzug das alleinige Verkaufsrecht sichern. Ohne Erfolg.

Das Handelsgericht Zürich hat den beantragten Verkaufsstopp gegen die Migros am Donnerstag abgewiesen. Beide Seiten könnten Argumente ins Feld führen, welche eine gewisse Berechtigung am Zeichen «M-Watch» begründeten, heisst es im Urteil vom 9. Februar 2011. Die Richter sind der Meinung, dass «die Parteien den markenrechtlichen Belangen ihrer Zusammenarbeit zu wenig Beachtung geschenkt haben». Sowohl Mondaine als auch die Migros «müssen deshalb die gegenwärtige Marktverwirrung einstweilen dulden».

Schwerer Schlag für Mondaine

Für die Migros ist das Urteil ein Teilerfolg, wie Pressesprecherin Monika Weibel sagt: «Wir sind sehr froh, können wir mit dem Verkauf der M-Watch fortfahren.» Der Grossverteiler hat nach der Vertragsauflösung mit Mondaine eine neue Kollektion der beliebten «Volksuhr» entworfen. Die Migros «M-Watch» ist gemäss Weibel auch Swiss-Made, hat aber statt des bisher schrägen «M» in Zukunft das Migros-«M» vor dem Watch-Schriftzug.

Für den Uhrenhersteller Mondaine ist das Urteil ein schwerer Schlag. Das Unternehmen verkauft sein M-Watch seit Oktober 2010 bei Manor und hätte den etablierten Markenschriftzug gerne für sich alleine beansprucht. Dass der alte Partner nun eigene M-Watches vertreiben darf, ist für Mondaine «schlimm», wie Unternehmenschef André Bernheim bereits vor dem Urteil in einem Interview mit 20 Minuten Online sagte. Ob Mondaine die Rechtsmittel ausschöpft und eine Beschwerde beim Bundesgericht einlegt, ist offen. Beim Unternehmen heisst es: «Wir studieren nun erstmal das Urteil und entscheiden dann.»

Das ordentliche Verfahren um die Markenrechte an der «M-Watch» ist noch nicht abgeschlossen. Der Rechtsstreit der beiden Parteien könnte noch Jahre dauern.

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