Sieg und Missgeschick für Neel Jani

Aktualisiert

Sieg und Missgeschick für Neel Jani

Neel Jani gewann in Schanghai den Sprint in überlegener Manier, wurde aber im Hauptrennen von Widerwärtigkeiten heimgesucht. Der 5. Rang reichte nicht zum vorzeitigen Gewinn der A1GP-Serie, die am 4. Mai in Brands Hatch zu Ende geht.

Ein Missgeschick beim zweiten Boxenstopp machte den greifbar nahen Triumph des Schweizer Teams zunichte. Gleichwohl ist der Vorsprung von 29 Punkten vor Neuseeland fürs Finale in England beruhigend. Die übrigen 20 Teams können den Titel nicht mehr gewinnen.

Neel Jani wurde das Opfer eines Fehlers im Zuge des zweiten Reifenwechsels. Der Lollypop-Mann hatte dem Fahrer das Zeichen zur Weiterfahrt gegeben, als das rechte Hinterrrad noch nicht fertig montiert war. Jani fiel hinter Adam Carroll (Irl) und Jonny Reid (Neus) auf den 5. Platz zurück, den er trotz eines schon früh aufgetretenen defekten Getriebedefekts bis zuletzt hielt.

Schon in der 10. Runde (von 38) hatte Jani den Verlust des 2. Gangs zu beklagen, was in einigen Kurven viel Zeit kostete. Trotzdem verteidigte der Berner den 2. Platz hinter den USA bis zum zweiten Stopp mit Erfolg. Am Start hatte sich der auf der Pole- Position stehende Jani bewusst etwas zurückgehalten, um das Risiko eines Frühstarts zu vermeiden. Jonathan Summerton übernahm so die Führung und feierte am Ende den allersten Sieg der USA.

«Ohne den 2. Gang, den wir hier normalerweise sechsmal pro Runde einlegen, war ans Aufholen der an der Box verlorenen Zeit nicht zu denken», berichtete Jani. Wie sehr ihn der Defekt behinderte, zeigt die Liste der schnellsten Runden jedes Fahrers, auf der Jani als 14. geführt wird.

Am Vormittag hatte sich das Schweizer Auto als das mit Abstand schnellste erwiesen. Der auch zum 10-Runden-Sprint aus der Pole- Position gestartete Neel Jani dominierte seine Gegner fast nach Belieben und wurde mit 4,6 Sekunden Vorsprung vor dem Kanadier Roberet Wickens abgewinkt. Neuseeland und Frankreich, die schärfsten Gegner der Schweiz im Kampf um den Titel, gingen leer aus. Reid kollidierte unmittelbar nach dem Start mit Summerton, und Franck Montagny musste sich nach dem total missratenen Qualifying (18.) mit dem 12. Platz begnügen.

Schanghai (China). A1GP (Nationen-Weltcup des Motorsports). Sprint (fliegender Start/10 Runden à 4,6 km/46 km):

1. Neel Jani (Sz) 15:59,612, 2. Robert Wickens (Ka) 4,643 Sekunden zurück. 3. Filip Albuquerque (Por) 5,335. 4. Alex Yoong (Malaysia) 12.169. 5. Narain Karthikeyan (Indien) 13,068. 6. Michael Ammermüller (De) 13,810. 7. Adrian Zaugg (SA/Sz) 14,999.

Ferner: 12. Franck Montagny (Fr) 19,114.

22 Fahrer gestartet, 20 am Ziel.

Hauptrennen (stehender Start/38 Runden/174,8 km):

1. Summertonm 1:02:25,206. 2. Albuquerque 9,729 Sekunden zurück. 3. Adam Carroll (Irl) 15,303. 4. Reid 19,533. 5. Jani 26,193. 6. Yoong 34,410. 7. Karthikeyan 35,967. 8. Montagny 38,213. 9. Robbie Kerr (Gb) 39,280. 10. Ammermüller 39,890.

Ferner: 16. Zaugg 55,629.

22 Fahrer gestartet, 22 am Ziel.

Stand (18/20): 1. Schweiz 150. 2. Neuseeland 121. 3. Frankreich 111. 4. Grossbritannien 99. 5. Südafrika 92. 6. Deutschland 83. 7. Irland 83. 8. Holland 80. 9. Kanada 75. 10. Portugal 50. 11. China 46. 12. USA 44. - 22 Nationen. - Letzte Rennen am 4. Mai in Brands Hatch (Eng).

(si)

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