Diamond League Stockholm: Siege für Bolt und Isinbajewa

Aktualisiert

Diamond League StockholmSiege für Bolt und Isinbajewa

Usain Bolt konnte auch beim Diamond-League-Meeting in Stockholm trotz seines Sieges über 200 m nicht restlos überzeugen. Stabspringerin Jelena Isinbajewa ist definitiv zurück.

Usain Bolt blieb nicht unter 20 Sekunden.

Usain Bolt blieb nicht unter 20 Sekunden.

Bolt vermochte auch bei seinem letzten Rennen vor den Weltmeisterschaften in Daegu (27. August bis 4. September) kein Ausrufezeichen zu setzen. Der jamaikanische Superstar legte die Bahnrunde in für ihn bescheidenen 20,03 Sekunden zurück, daran änderte auch der Gegenwind von 1,2 m/s nichts. Es fehlt dem dreifachen Olympiasieger nach wie vor die Leichtigkeit der Jahre 2008 und 2009. Um in Südkorea erneut dreimal Weltmeister (100, 200, 4x100) zu werden, muss er noch zulegen. In dieser Verfassung ist er nicht der unumstrittene Favorit. «Ich bin nicht auf dem gleichen Level wie 2009, kann in diesem Jahr keine Glanzzeiten laufen», sagte Bolt.

Immerhin konnte er den «Fluch von Stockholm» besiegen. Denn seine letzten beiden Niederlagen erlitt er in der schwedischen Hauptstadt - 2008 unterlag er über 100 m Asafa Powell (Jam) , im vergangenen Jahr verlor er auf der gleichen Strecke gegen den derzeit verletzten Tyson Gay (USA), worauf er die Saison wegen Rückenbeschwerden abbrach. Wegen dieser Verletzung konnte er sich auch nicht wie gewünscht auf diese Saison vorbereiten. Allerdings war Bolt in Stockholm auch praktisch konkurrenzlos; Zweiter wurde in 20,47 Alonso Edward (Pan).

Jelena Isinbajewa ist zwar noch weit von der Form ihrer besten Tage entfernt. Dennoch setzte sich die je zweifache Olympiasiegerin und Weltmeisterin mit 4,76 m vor Silke Spiegelburg (De/4,70) und Jennifer Suhr (USA/4,64) durch. Ihr Sieg stand bereits nach drei Sprüngen fest. Danach scheiterte die Russin aus Wolgograd, die Witali Petrow verlassen hat und zu ihrem langjährigen Coach Jewgeni Trowimow zurückgekehrt ist, dreimal auf 4,86. Isinbajewa bestritt ihren ersten «grossen» Freiluft-Wettkampf seit September 2009. Bislang war die wieder motivierte Isinbajewa in diesem Jahr erst in Heusden-Zolder (4,60) und in Lignano (keine gültige Höhe) gestartet. Das Meeting «Spitzenleichtathletik Luzern» musste sie wegen einer beim Aufwärmen erlittenen Handverletzung auslassen.

Die deutlich beste Zeit in diesem Jahr über 5000 m erzielte die Kenianerin Vivian Cheruiyot. Mit 14:20,87 war die Weltmeisterin um 8,65 Sekunden schneller als Meseret Defar (Äth) am 8. Juli in Paris - überhaupt waren erst zwei Läuferinnen schneller, einmal Tirunesh Dibaba (Äth) und zweimal Defar.

Nachdem sich der norwegische Speerwerfer Andreas Thorkildsen bei «Spitzenleichtathletik Luzern» mit 84,12 hatte bescheiden müssen, präsentierte er sich in der schwedischen Hauptstadt wieder in starker Form. Mit 88,43 m verbesserte der Olympiasieger, Welt- und Europameister die eigene, am 10. Juli in Birmingham aufgestellte Jahresweltbestleistung um 13 Zentimeter. Thorkildsen hatte nach dem Meeting in Schanghai am 15. Mai wegen einer Adduktorenverletzung eine fünfwöchige Wettkampfpause einlegen müssen.

Für die dritte Jahresweltbestleistung in Stockholm zeichnete der Weitspringer Mitchell Watt verantwortlich. Der Australier kam im zweiten Versuch auf 8,54 m, womit er seine Bestmarke vom 17. April um zehn Zentimeter übertraf.

Der amerikanische 400-m-Olympiasieger und -Weltmeister LaShawn Merritt überzeugte bei seinem ersten Wettkampf nach dem Ablauf einer 21-monatigen Dopingsperre - er war zwischen dem 28. Oktober 2009 und dem 16. Januar 2010 dreimal positiv auf das anabole Steroid Dehydroepiandrosteron (DHEA) getestet worden. Der 25-Jährige realisierte mit 44,74 die viertbeste Zeit in diesem Jahr und wurde nur vom Jamaikaner Jermaine Gonzales (44,69) bezwungen.

Eine überraschende Niederlage bezog der amerikanische Hürdensprinter David Oliver. Der im vergangenen Jahr ungeschlagene Olympia-Dritte, der 2011 als Einziger unter 13 Sekunden geblieben ist, erzielte nach einem völlig missratenen Rennen mit 13,28 Sekunden lediglich den 2. Platz. Den Sieg sicherte sich dessen Landsmann Jason Richardson (13,17). Oliver verlor bereits zum dritten Mal in diesem Jahr.

Im Dreisprung der Frauen gelang der ukrainischen Europameisterin Olga Saladucha als erster Athletin in diesem Jahr ein Satz über 15 m. Die 15,06 gelten allerdings nicht als Jahresweltbestleistung, weil sie von einem unzulässigen Rückenwind von 2,3 m/s profitierte. Die Kubanerin Yargelis Savigne belegte mit 14,87 Rang 2; die Weltmeisterin von 2007 und 2009 erlitt nach den Siegen in Schanghai, Oslo sowie Paris die erste Niederlage in diesem Jahr im Rahmen der Diamond League.

Stockholm. Diamond-League-Meeting (11/14). Männer. 200 m (GW 1,2 m/s): 1. Usain Bolt (Jam) 20,03. 2. Alonso Edward (Pan) 20,47. 3. Ainsley Waugh (Jam) 20,56. - Diamond Race (5/7): 1. Bolt 12.

400 m: 1. Jermaine Gonzales (Jam) 44,69. 2. LaShawn Merritt (USA) 44,74. 3. Christopher Brown (Bahamas) 44,79. - Diamond Race (5/7): 1. Gonzales 7.

1500 m: 1. Silas Kiplagat (Ken) 3:33,94. 2. Asbel Kiprop (Ken) 3:34,42. 3. Nick Willis (Neus) 3:34,49. - Diamond Race (5/7): 1. Kiprop 11.

110 m Hürden (GW 2,3 m/s): 1. Jason Richardson (USA) 13,17. 2. David Oliver (USA) 13,28. 3. Dwight Thomas (Jam) 13,40. - Diamond Race (5/7): 1. Oliver 10.

3000 m Steeple: 1. Paul Kipsiele Koech (Ken) 8:05,92. 2. Benjamin Kiplagat (Uganda) 8:14,42. 3. Jonathan Muia Ndiku (Ken) 8:17,77. - Diamond Race (6/7): 1. Koech 13.

Hoch: 1. Iwan Uchow (Russ) 2,34. 2. Jesse Williams (USA) 2,32. 3. Moataz Essa Barsham Ahmed (Katar) 2,30. - Diamond Race (5/7):

Weit: 1. Mitchell Watt (Au) 8,54 (JWB). 2. Yahya Berrabah (Mar) 8,40. 3. Irving Saladino (Pan) 8,19. - Diamond Race (5/7): 1. Watt 8.

Diskus: 1. Virgilijus Alekna (Lit) 65,05. 2. Piotr Malachowski (Pol) 64,96. 3. Frank Casanas (Sp) 63,42. - Diamond Race (5/7): 1. Gerd Kanter (Est) 9.

Speer: 1. Andreas Thorkildsen (No) 88,43 (JWB). 2. Matthias De Zordo (De) 84,37. 3. Stuart Farquhar (Neus) 84,21. Ferner: 7. Tero Pitkämäki (Fi) 77,82. - Diamond Race (6/7): 1. Thorkildsen 14.

Frauen. 100 m (GW 2,4 m/s): 1. Carmelita Jeter (USA) 11,15. 2. Marshevet Myers (USA) 11,21. 3. Kerron Stewart (Jam) 11,27. - Diamond Race (5/7): 1. Jeter 10.

800 m: 1. Kenia Sinclair (Jam) 1:58,21. 2. Malika Akkaoui (Mar) 1:59,75. 3. Yuneysi Santiusti (Kuba) 2:00,06. Ferner: 8. Caster Semenya (SA) 2:01,28. - Diamond Race (5/7):

5000 m: 1. Vivian Jepkemoi Cheruiyot (Ken) 14:20,87 (JWB). 2. Sally Kipyego (Ken) 14:43,87. 3. Sylvia Jebiwot Kibet (Ken) 14:45,31. - Diamond Race (5/7): 1. Cheruiyot 12.

400 m Hürden: 1. Kaliese Spencer (Jam) 53,74. 2. Melaine Walker (Jam) 54,71. 3. Nickiesha Wilson (Jam) 55,80. - Diamond Race (5/7): 1. Spencer 12.

Stab: 1. Jelena Isinbajewa (Russ) 4,76. 2. Silke Spiegelburg (De) 4,70. 3. Jennifer Suhr (USA) 4,64. - Diamond Race (5/7): 1. Spiegelburg 10.

Drei: 1. Olga Saladucha (Ukr) 15,06 (RW 2,3 m/s). 2. Yargelis Savigne (Kuba) 14,87. 3. Caterine Ibarguen (Kol) 14,83.- Diamond Race (5/7): 1. Savigne 14.

Bemerkungen: Die ersten drei Athleten/innen jeder Disziplin erhalten vier, zwei respektive einen Punkt für das Diamond Race (7 Etappen). Die Sieger der 32 Disziplinen der Diamond League werden an den Finals in Zürich und Brüssel ermittelt - dort wird die doppelte Punktzahl vergeben.

(si)

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