Siege für Clinton und McCain

Aktualisiert

Siege für Clinton und McCain

Im Vorwahlkampf haben Hillary Clinton und Barack Obama bei den Demokraten und Mitt Romney und John McCain bei den Republikanern wichtige Punkte gesammelt. Bei beiden Parteien ist das Rennen um die Kandidatur weiter offen.

Im Rennen um das Weisse Haus hat der Republikaner John McCain einen wichtigen Etappensieg errungen. Der 71-jährige Vietnam-Veteran gewann die Vorwahl seiner Partei in South Carolina am Samstag mit rund 33 Prozent der Stimmen.

Sein schärfster Konkurrent vor Ort, der Baptistenprediger Mike Huckabee, kam bei der ersten Vorwahl in den Südstaaten auf 30 Prozent. Der Millionär Mitt Romney musste sich mit 15 Prozent der Stimmen und Platz 4 bescheiden, noch hinter dem früheren Schauspieler Fred Thompson.

Für die Republikaner hatte die Abstimmung im konservativen South Carolina eine grosse psychologische Bedeutung: Seit 1980 hat sich der Gewinner der dortigen Vorwahl stets als Präsidentschaftskandidat der Partei durchgesetzt.

McCain kann sich von seinem Sieg in der Republikaner-Hochburg neuen Schwung für die kommenden Vorwahl am 29. Januar in Florida erhoffen, vor allem aber für den «Super Tuesday» am 5. Februar, wenn bei der Wahl in 22 Bundesstaaten mit einer Vorentscheidung im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur gerechnet wird.

Romneys Triumph in Nevada

Nebst Huckabee sitzt ihm aber weiterhin auch Mitt Romney im Nacken. Der Ex-Gouverneur von Massachusetts setzte sich am Samstag in Nevada durch, wo er 51 Prozent der Stimmen holte. McCain brachte es gerade mal auf 13 Prozent.

Allerdings spielte Nevada bei der Kandidatenauslese der Republikaner nie eine grosse Rolle. Romney war denn auch der einzige Republikaner, der in dem Bundesstaat überhaupt Wahlkampf machte.

Clinton erneut vor Obama

Auch die demokratischen Bewerber kämpften am Samstag um die Gunst der Wähler in Nevada. Die New Yorker Senatorin Clinton setzte sich dabei mit 51 zu 45 Prozent gegen ihren schärfsten Widersacher Barack Obama durch. Abgeschlagener Dritter wurde John Edwards mit weniger als vier Prozent.

Richtig auskosten konnte Clinton ihren Sieg allerdings nicht, denn auf dem Land war ihr Widersacher Obama stärker. Die Folge: Obama holte 13 Delegiertenstimmen, eine mehr als Clinton. Die Delegierten wählen beim Nationalkonvent im Sommer den Präsidentschaftskandidaten.

Rückhalt bei hispanischer Minderheit

In Nevada stellt die hispanische Minderheit etwa zwölf Prozent der Wahlberechtigten. Nach ersten Analysen konnte Clinton dieses Potenzial zu Dreivierteln für sich ausschöpfen. Auch bei den Wählerinnen kam sie klar besser an als Obama. Die nächste Vorwahl der Demokraten findet am 26. Januar in South Carolina statt.

Bei den Vorwahlen bestimmen Demokraten und Republikaner, wen sie ins Rennen um die Nachfolge von George W. Bush schicken. Die US- Präsidentschaftswahl findet am 4. November statt. (sda)

Zwischenstand im US-Wahlkampf

Zweieinhalb Wochen nach Beginn des Vorwahlkampfs in den USA ergibt sich für beide Parteien folgender Zwischenstand mit Siegen in den genannten Staaten.

Demokraten (für Nominierung 2025 Delegierte erforderlich)

Hillary Clinton: New Hampshire, Michigan (ohne Delegierte), Nevada - 236 Delegierte

Barack Obama: Iowa - 136 Delegierte

John Edwards: 50 Delegierte

nächste Vorwahl: 26. Januar in South Carolina

Republikaner (für Nominierung 1191 Delegierte erforderlich)

Mitt Romney: Wyoming, Michigan, Nevada - 59 Delegierte

Mike Huckabee: Iowa - 40 Delegierte

John McCain: New Hampshire, South Carolina - 36 Delegierte

Fred Thompson: 5 Delegierte

Ron Paul: 4 Delegierte

Rudolph Giuliani: 1 Delegierter

nächste Vorwahl: 29. Januar in Florida

(AP)

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