Elektro-Camper Stella Vita - Sieht so die Camper-Zukunft aus?
Der Camper Stella Vita fährt mit selbst produziertem Strom. 

Der Camper Stella Vita fährt mit selbst produziertem Strom.

STE/Bart van Overbeeke
Publiziert

Elektro-Camper Stella VitaSieht so die Camper-Zukunft aus?

Studierende aus den Niederlanden stellen mit Stella Vita eine Art Wohnmobil der Zukunft vor, welches sich dank eines riesigen Solardachs mit Strom versorgt.

von
Holger Holzer

Das Solar Team der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden hat sich in den vergangenen Jahren vor allem mit ihrem Engagement bei der World Solar Challenge einen Namen gemacht. Ihre Spezialität waren bisher viersitzige Fahrzeuge, die mehrfach einen Meistertitel gewinnen konnten. Jetzt hat das Solar Team ihr Effizienz-Knowhow in ein deutlich grösseres Projekt einfliessen lassen: dem Wohnmobil namens Stella Vita.

Es handelt sich um ein Van-artiges Gefährt, dessen aerodynamische Grundform keinerlei Ähnlichkeiten mit gängigen Wohnmobilformaten aufweist. Zum geräumigen Camper mutiert der 7,2 Meter lange und 1,7 Tonnen schwere Stella Vita erst, wenn sein Dachzelt, das über die gesamte Innenraumlänge geht, nach oben ausgefahren wird. Dann kann man im Wohnbereich bequem stehen und das grosse Doppelbett im Heck nutzen. Eine Besonderheit ist der Eingangsbereich, der dank zweier gegenläufig angeschlagener Türen regelrecht Portalbreite hat.

Erst mit dem Aufstelldach, das sich über die gesamte Innenraumlänge zieht, wird der Stella Vita zum geräumigen Wohnmobil für zwei Personen.

Erst mit dem Aufstelldach, das sich über die gesamte Innenraumlänge zieht, wird der Stella Vita zum geräumigen Wohnmobil für zwei Personen.

STE/Bart van Overbeeke
Während eines Campingstopps kann die Fläche der Photovoltaik-Anlage durch seitliches Ausklappen auf 17,5 Quadratmeter vergrössert werden.

Während eines Campingstopps kann die Fläche der Photovoltaik-Anlage durch seitliches Ausklappen auf 17,5 Quadratmeter vergrössert werden.

STE/Bart van Overbeeke
Mit dem Solarstrom lassen sich auch Küchengeräte betreiben. Der Stella Vita kann somit auf eine externe Stromversorgung verzichten.

Mit dem Solarstrom lassen sich auch Küchengeräte betreiben. Der Stella Vita kann somit auf eine externe Stromversorgung verzichten.

STE/Bart van Overbeeke

Selbstversorger-Haus auf Rädern

Der Clou sind aber die Solarzellen mit einer Fläche von 8,8 Quadratmeter auf dem Dach, die auch während der Fahrt Fahrstrom generieren. Steht das Wohnmobil auf einem schönen Plätzchen, lassen sich seitlich unterm Dach zusätzliche PV-Paneele ausfahren, die eine grössere Stromausbeute erlauben und zugleich als Vordach dienen. Mit einer Gesamtfläche von 17,5 Quadratmetern soll die PV-Anlage genügend Energie fürs Fahren sowie für die Nutzung von Küchengeräten, Warmwasser und Unterhaltungselektronik bereitstellen. Als Speicher dient eine 60 kWh grosse Lithium-Ionen-Batterie. Im Prinzip lässt sich der E-Camper ohne Ladeinfrastruktur nutzen. An sonnigen Tagen soll das Wohnmobil über 700 Kilometer mit seinem selbst produzierten Strom weit kommen. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 120 km/h angegeben.

Keine kommerziellen Pläne

Wer jetzt gleich ein Exemplar kaufen will: Leider handelt es sich beim Wohnmobil Stella Vita nur um einen Technologieträger, der neue Möglichkeiten einer nachhaltigeren Mobilität aufzeigen soll. Zu Demonstrationszwecken will ein Team der TU Eindhoven im Herbst von Holland nach Südspanien allein mit Sonnenenergie reisen. Der Camper gibt jedoch keinen Ausblick auf ein Serienmodell. Was nicht ist, kann allerdings noch werden. Von einstigen Mitgliedern des Solar Teams wurde zum Beispiel der PV-Stromer Lightyear One entwickelt, der nächstes Jahr tatsächlich auf den Markt kommen wird.

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