Disneys Ethno-Dilemma: Sieht so eine Latina aus?
Aktualisiert

Disneys Ethno-DilemmaSieht so eine Latina aus?

Weisse, Schwarze, Indianerinnen und Asiatinnen hatten sie schon. Nun ist es Zeit für eine Latina-Prinzessin aus dem Hause Disney. Doch kaum da, fällt sie schon in Ungnade.

von
Evangelia Papastergios

Disney hat sich mit der neuen Figur Sofia keinen Gefallen getan. Noch bevor der TV-Film am 18. November im US-Fernsehen seine Premiere feiert, hat sich Widerstand gegen die erste Latina-Prinzessin gebildet.

Viele Blogger verärgert die Tatsache, dass Sofia mit ihrer hellen Haut, den blauen Kulleraugen und den rötlichen Haaren so gar nicht dem Stereotyp einer Latina entspricht. Disney schaltete sich erst viel später in die Diskussion um Sofias Herkunft ein und bestätigte sie zögerlich. Damit zog der Konzern die Wut vieler Leser auf sich.

So ärgert sich Alex Nogales, Präsident der «National Hispanic Media Coalition», darüber, dass Sofia zwar Latina ist, diese Tatsache aber im Film nie thematisiert wird. Die Geschichte nimmt immer groteskere Züge an. Jetzt wird auch die Synchronsprecherin der kleinen Prinzessin angegriffen: Ariel Winter – bekannt aus «Modern Family» – sei zu weiss für diese Sprechrolle.

Spiegel der heutigen Gesellschaft

Sie hätte das nächste grosse Highlight von Disney werden sollen: Prinzessin Sofia. Das einfache Mädchen wird durch die Hochzeit ihrer Mutter Miranda mit dem König Roland II. zu einer Blaublütigen und zieht von ihrem einfachen Haus in den Palast. Dort muss sich das kleine Mädchen mit ihrer eifersüchtigen Stiefschwester Amber und dem Zauberer Cedric herumschlagen.

Die Geschichte ist für Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren gedacht und soll den jungen Leuten vermitteln, wie die meisten Familien heute aussehen: Patchwork-Familien, die häufig multi-ethnischer Herkunft sind.

Wiederholungstäter Disney

Wer nun dachte, dass Disney zum ersten Mal Probleme mit Minderheiten in den USA hat, irrt sich. Bereits die Froschkönig-Adaption «The Princess and the Frog» löste 2009 Kontroversen aus. Die Geschichte spielt in den Zwanzigerjahren in New Orleans und die Hauptfigur Tiana ist afroamerikanischer Herkunft.

Ein erster Sturm der Entrüstung brach bereits los, als 2007 bekannt wurde, dass die Hauptfigur ein schwarzes Kammermädchen namens Maddy sein sollte, das für eine weisse Debütantin arbeitete. «Disney sollte sich schämen, wie es seine erste schwarze Prinzessin verkaufen will», schäumte etwa ein Kolumnist des «Charlotte Observer». Vor allem bemängelte er, dass der Name Maddy zu sehr an den in der Sklaverei gebräuchlichen Namen Mammy erinnert, der ein abfälliger Ausdruck für schwarze Haushälterinnen war. Disney nahm die Kritik ernst und machte aus Maddy Tiana und aus dem Putzmädchen eine Serviertochter mit zwei Jobs. Der Film überzeugte später sowohl die Kritiker als auch das Publikum.

Der Trailer zu «Sofia The First: Unce Upon A Princess»

(Quelle: Youtube.com)

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