21.11.2016 11:18

Industrielle RevolutionSiemens-Chef plädiert für Grundeinkommen

Die Digitalisierung pflügt die Arbeitswelt um, Menschen werden durch Roboter ersetzt. Laut Siemens-Chef Joe Kaeser wird deshalb eine Art Grundeinkommen unvermeidlich sein.

von
sas
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Glaubt man einer Studie des World Economic Forums (WEF), werden in den führenden Industrie- und Schwellenländern in den nächsten fünf Jahren etwa sieben Millionen Jobs wegfallen, neu hinzu kommen lediglich zwei Millionen. Siemens-Chef Joe Kaeser fordert deshalb ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Glaubt man einer Studie des World Economic Forums (WEF), werden in den führenden Industrie- und Schwellenländern in den nächsten fünf Jahren etwa sieben Millionen Jobs wegfallen, neu hinzu kommen lediglich zwei Millionen. Siemens-Chef Joe Kaeser fordert deshalb ein bedingungsloses Grundeinkommen.

epa/Rainer Jensen
Der Manager trifft sich regelmässig mit Spitzenkräften aus der Politik wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (Bild von 2015).

Der Manager trifft sich regelmässig mit Spitzenkräften aus der Politik wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (Bild von 2015).

Armin Weigel
Die Schweiz stimmte 2016 über eine Grundeinkommens-Initiative ab. Die Initianten verteilten am 4. Oktober 2013 Goldstücke vor dem Bundeshaus zur Lancierung.

Die Schweiz stimmte 2016 über eine Grundeinkommens-Initiative ab. Die Initianten verteilten am 4. Oktober 2013 Goldstücke vor dem Bundeshaus zur Lancierung.

Keystone/Peter Klaunzer

Roboter statt Mensch: Neue Technologien wie 3-D-Technik werden einen Teil der heute bestehenden Jobs wegrationalisieren. Glaubt man einer Studie der World Economic Forums (WEF), werden in den führenden Industrie- und Schwellenländern in den nächsten fünf Jahren etwa sieben Millionen Jobs wegfallen, neu hinzu kommen lediglich zwei Millionen. Als Folge der sogenannten vierten Industriellen Revolution fordert Siemens-Chef Joe Kaeser eine bessere soziale Absicherung für die Menschen, so der Topmanager anlässlich des Wirtschaftsgipfels der «Süddeutschen Zeitung».

Laut Kaeser ist es absehbar, dass ein Teil der Leute auf der Strecke bleiben, weil sie mit dem Tempo der Welt einfach nicht mitkommen würden. Auf sie warten könne man jedoch nicht, denn dann würden Deutschland und Europa verlieren. Also müsse die Gesellschaft dafür sorgen, «dass die Menschen versorgt sind». Die Betroffenen müssten sehen, dass es Hilfsangebote gebe. Deshalb werde «eine Art Grundeinkommen völlig unvermeidlich sein», sagte Kaeser laut der «Süddeutschen Zeitung».

Im Sommer 2016 hat die Schweiz über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. Die Initiative wurde mit rund 77 Prozent bachab geschickt. Grundeinkommen werden in mehreren Ländern im Rahmen von Studien erforscht. Die zentrale Frage: Würden mehr Menschen nicht mehr arbeiten, weil sie ja Geld vom Staat geschenkt bekommen? Um das beantworten zu können, startet Kanada 2017 in der Provinz Ontario ein Pilotprojekt. Ein Test mit einem Grundeinkommen startet im kommenden Jahr auch in Finnland.

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