Siemens-Nokia-Deal: 400 Jobs in der Schweiz bedroht
Aktualisiert

Siemens-Nokia-Deal: 400 Jobs in der Schweiz bedroht

Siemens und Nokia legen ihre Telekommunikationssparten zusammen. Die Megafusion betrifft auch 400 Schweizer Arbeitnehmer.

Die Fusion, aus der der viertgrösste Telekom-Anbieter der Welt hervorgeht, wird auch Arbeitsplätze kosten. Siemens und Nokia legen ihre beiden Telekom-Sparten mit insgesamt 60'000 Beschäftigten zusammen. Beide Konzerne halten an dem Joint Venture jeweils 50 Prozent.

400 Schweizer Beschäftigte betroffen

Nokia und Siemens wollen bis 2010 jährliche Einspareffekte von 1,5 Mrd. Euro erreichen. Nach Angaben der Finnen sollen binnen vier Jahren 6000 bis 9000 Stellen wegfallen. Die Strategie der neuen Nokia Siemens Networks sei aber auf Wachstum ausgerichtet, sagte ein Siemens-Sprecher. «Damit bieten wir der Belegschaft eine nachhaltige Perspektive.»

Bei Siemens Schweiz sind zwei Geschäftsbereiche mit insgesamt 400 Angestellten von der Fusion betroffen. Die Auswirkungen stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest, wie ein Sprecher von Siemens Schweiz auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Arbeitnehmervertreter in Deutschland haben die Abtrennung der Siemens-Kommunikationssparte bedauert und scharfe Kritik am Management geübt. «Die Abtrennung des Unternehmensbereichs COM ist der bislang radikalste Bruch in der Geschichte des Hauses Siemens. Die Kommunikationstechnologie ist das Kerngeschäft von Siemens schlecht-hin», hiess es in einer gemeinsamen Erklärung von IG Metall und Gesamtbetriebsrat. Es handele sich um ein Geschäft mit enormen Innovationspotenzial und hervorragenden Wachstumsaussichten.

Siemens hat mit der Auslagerung eine Lösung für die ertragsschwache Kommunikationssparte Com gefunden. In das neue Unternehmen wird mit den Mobilfunknetzen und Festnetzaktivitäten der Grossteil von Com eingebracht. (sda)

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