Energiebranche: Siemens trennt sich vom Solargeschäft
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EnergiebrancheSiemens trennt sich vom Solargeschäft

Siemens will sich im Bereich erneuerbare Energien auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren und gibt das schwächelnde Solargeschäft auf. Betroffen sind 800 Mitarbeiter.

Siemens setzt auf Wind und Wasser und nicht auf die Solarenergie.

Siemens setzt auf Wind und Wasser und nicht auf die Solarenergie.

Der deutsche Siemens-Konzern hat Details aus seinem geplanten Sparprogramm bekanntgegeben. So will das Unternehmen sein schwächelndes Solargeschäft verkaufen. Der Konzern will sich im Bereich erneuerbare Energien auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren und führt Gespräche mit Kaufinteressenten.

Die Division Solar & Hydro mit ihren 800 Mitarbeitern soll aufgelöst werden, wie Siemens am Montag mitteilte. Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen, geringeren Wachstums und starken Preisdrucks in den Solarmärkten hätten sich die Erwartungen nicht erfüllt, erklärte das Unternehmen.

Markt für Spezialanbieter

«Der globale Markt für Solarthermie ist von vier Gigawatt auf zuletzt etwas über ein Gigawatt zurückgegangen. Hier werden künftig Spezialanbieter ihre Stärken ausspielen können», sagte Michael Süss, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und Chef des Sektors Energy.

Die beiden Geschäftseinheiten Solar Thermal Energy und Photovoltaic werden bis zur Veräusserung weitergeführt, aber als nicht-fortgeführtes Geschäft bilanziert. Das Geschäft mit Wasserkraft und Lösungen für Energiespeicher will Siemens dagegen behalten. 120 Arbeitsplätze der Division sollen im Konzern verbleiben, der Grossteil davon in Deutschland.

9000 Mitarbeiter bei der Windkraft

Von den insgesamt 800 Mitarbeitern sind an den Standorten Erlangen, Nürnberg und München etwa 200 beschäftigt. 400 Stellen sind in Israel und 100 in Spanien angesiedelt. Weitere 100 Mitarbeiter in anderen Ländern arbeiten in erster Linie für den Vertrieb der Division.

Für den Bereich Windkraft, der ebenfalls zum Energiesektor gehört, arbeiten mehr als 9000 Mitarbeiter. Der Auftragsbestand dieser Einheit liegt bei mehr als zehn Milliarden Euro.

Siemens hatte seine Manager bereits zuvor aufs Sparen eingeschworen und eine grundsätzliche Struktur des Unternehmensprogramms 2014 vorgestellt. Danach will der Konzern seine Kernaktivitäten in den kommenden ein bis zwei Jahren stärken und sich von weniger rentablen Bereichen trennen.

Stellenabbau auch in der Schweiz

Auch in der Schweiz baut Siemens rund 220 Stellen ab. Betroffen sind die Standorte Zug und Volketswil ZH, wie das Unternehmen bereits im September bekannt gab.

Siemens war in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres, das am 30. September endete, deutlich unter seinen Erwartungen geblieben und schraubte seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr um 600 bis 800 Mio. Euro auf 5,2 Mrd. bis 5,4 Mrd. Euro zurück.

(sda)

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