SIG muss die Bücher öffnen
Aktualisiert

SIG muss die Bücher öffnen

Elopak darf gegen den Willen von SIG ab sofort Einblick in SIGs Geschäftstätigkeit nehmen. Das hat die Übernahmekommission (UEK) entschieden.

Die norwegische FERD-Gruppe, die über ihre Tochtergesellschaft Elopak die SIG übernehmen will, und die britische CVC müssten zur Due Diligence zugelassen werden, unabhängig davon, wie lange der mit potenziellen Anbietern durch die SIG parallel dazu initiierte Bieterprozess dauere.

Dieser Bieterprozess sei eine im Rahmen des Übernahmerechts grundsätzlich zulässige und im Interesse der Anleger erwünschte Massnahme, urteilte die UEK weiter. Die SIG-Spitze wehrt sich mit Händen und Füssen gegen den Übernahmeversuch durch die Elopak. Die SIG hat sich daher anderen Interessenten zum Kauf angeboten.

Im Weiteren stellte die UEK fest, dass gewisse Verträge zwischen Ferd/CVC und jetzigen SIG-Aktionären - konkret der Beteiligungsgesellschaft Sterling des Tessiner Finanzinvestors Tito Tettamanti - den im Übernahmerecht geregelten Gleichbehandlungssatz verletzen.

FERD und CVC hatten am 5. Oktober bekannt gegeben, dass sie mit SIG-Aktionären um Tettamanti eine Vereinbarung über den Kauf von deren Aktien zum Preis von 325 Fr. getroffen habe. Die Kaufverträge enthalten zusätzlich eine Preisanpassungsklausel für den Fall einer Erhöhung des Angebotspreises durch FERD/CVC respektive einer erfolgreichen Gegenofferte zu einem höheren Preis als 325 Franken.

Die UEK urteilte nun, dass Sterling daraus eine Besserstellung beziehungsweise ein Mehrwert gewährt werde, der den Angebotsempfängern nicht eingeräumt werde. Da die Höhe dieses Mehrwerts und seine Berechnung umstritten seien, habe die UEK dessen Bewertung durch eine Prüfstelle angeordnet.

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