SIG soll durch Übernahme weltweit Nummer 2 werden
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SIG soll durch Übernahme weltweit Nummer 2 werden

SIG und Elopak sollen bei der Verpackung von Flüssigkeiten hinter Tetrapak weltweite Nummer 2 werden. Dies ist das Motiv hinter der norwegisch-britischen Übernahmeofferte von Ferd und CVC. Sie bewertet die SIG mit gut zwei Milliarden Franken, wird von deren Führung aber als ungenügend taxiert.

Ferd, die Muttergesellschaft des kleineren norwegischen SIG-Konkurrenten Elopak, und die britische Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners gaben am Montag formell bekannt, dass sie 325 bis 350 Franken pro SIG-Aktie in bar zahlen wollen. Die Offerte folge einer überzeugenden industriellen Logik und sei im besten Interesse von Aktionären, Kunden und Mitarbeitern, sagte der Besitzer und Konzernchef von Ferd, Johan H. Andresen, vor den Medien in Zürich.

Die Geschäfte beider Unternehmungen ergänzen sich laut Andresen geografisch und bei den Produkten hervorragend. So brächten SIG ein Asien- und Elopak ein US-Geschäft mit. SIG ist auf aseptische Packungen, Elopak auf Kartonverpackungen für Getränke und flüssige Lebensmittel spezialisiert. Elopak soll in SIG integriert, die SIG-Belegschaft übernommen werden.

Laut Andresen gilt das Angebot von 325 Franken je SIG-Aktie für eine Übernahme ohne vertiefte Prüfung (Due Diligence). Man sei aber bereit, das Angebot bei einem positiven Due-Diligence-Resultat auf 350 Franken zu erhöhen. Die Offerte bewertet die SIG mit 2,1 bis 2,3 Milliarden Franken. Die Finanzierung sei gesichert. Zur Bedingung gemacht wird, dass mindestens 75 Prozent der SIG-Aktien angeboten werden und die Wettbewerbsbehörden dem Deal zustimmen.

Andresen kritisierte die SIG-Führung, die das Angebot am (gestrigen) Sonntagabend als ungenügend zurückgewiesen hatte. Der SIG-Verwaltungsrat sei mehrfach erfolglos um Unterstützung bei einer solchen Transaktion gebeten worden, sagte er. Deshalb werde das Angebot direkt den SIG-Aktionären gemacht. Andresen gab sich aber erfreut, dass der SIG-Verwaltungsrat auch Fred und CVC eine Due Diligence zugesprochen habe. Der SIG-Verwaltungsrat hatte sich, wie berichtet, bereit erklärt, neben CVC und Ferd weitere Interessenten dazu zuzulassen.

Finanzanalysten reagierten zurückhaltend. Ob das Angebot erhöht werde, hänge auch von der Intensität des allfälligen Bieterwettbewerbs ab, hiess es bei der Zürcher Kantonalbank. Das formelle Angebot wird voraussichtlich am 6. November publiziert. Die Anleger reagierten begeistert. Der SIG-Kurs schnellte am Morgen gegenüber letztem Freitagabend zeitweise um bis zu 38,50 Franken oder 12,6 Prozent auf den neuen Rekordkurs von 343,75 Franken. (dapd)

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