Siguar Rós - «Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalaust»: Sigur Rós: Zauber ist zurück
Aktualisiert

Siguar Rós - «Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalaust»Sigur Rós: Zauber ist zurück

Die Isländer Indie-Helden Sigur Rós schaffen mit ihrer neuen Platte den längst fälligen Befreiungsschlag. Als verspieltes Folkquintett schaffen sie die letzte Ausfahrt vor der Endstation Bedeutungslosigkeit.

von
Niklaus Riegg

Sigur Rós hatten ein Problem: «Ágætis Byrjun». Vorher hatte kaum jemand von ihnen gehört, doch mit ihrer zweiten Platte stellten die Isländer 1999 die Musikwelt auf den Kopf: ätherisch, träumerisch und trotzdem immer den grossen Popsong vor Augen – sogar die grossen Radiohead waren beeindruckt. «Ágætis Byrjun» ist auch heute noch eine Platte wie ein Schrein.

Doch mit jeder folgenden Platte, sei es «», «Takk» und vor allem «Hvarf-Heim» versuchten sie diese Formel zu wiederholen – ohne den alten Zauber je wiederzufinden. Die Isländer standen kurz davor, die verschrobenen Pink Floyd des dritten Jahrtausends zu werden: uninspiriert, verkopft und schlussendlich belanglos.

Da ist das neue «Með suð í eyrum við spilum endalaust» («Mit einem Summen im Ohr hören wir nie auf zu spielen») ein regelrechter Befreiungsschlag: Für Sigur Rós' Verhältnisse ist die Platte geradezu reduziert – die Band ist zu einem neoromantischen Folkquartett geworden.

Das steht ihnen ausgesprochen gut. Denn glücklicherweise haben sie dabei das Märchenhafte, das diese aussergewöhnliche Band immer auszeichnete, zurückgewonnen.

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