Grüne enttäuscht: Sihlhochstrasse bleibt vorerst
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Grüne enttäuschtSihlhochstrasse bleibt vorerst

Die Sihlhochstrasse gehört zu den hässlichsten Bauten der Stadt. Doch die Regierung will sie stehen lassen, trotz Petition der Grünen. Das stachelt deren Widerstand weiter an.

von
rom
Die Sihlhochstrasse.

Die Sihlhochstrasse.

Hässliche Bausünde aus den 1970er-Jahren und Verschandelung des Flusses: Die Sihlhochstrasse ist für die Stadtzürcher Grünen ein Betonunding, das abgebrochen gehört. Deshalb sammelten sie im letzten Jahr 2253 Unterschriften und reichten diese als Petition beim Regierungsrat ein. Doch dieser sieht im Moment keine Möglichkeit, den Autobahnstummel abzubrechen.

Der Wegfall hätte erhebliche Nachteile für den Zubringerverkehr in die Stadt, schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung. Der Verkehr würde in die Quartiere verdrängt, zulasten der Anwohner. Langfristig schliesst der Regierungsrat einen Abbruch zwar nicht aus, dafür brauche es aber Ersatz, allenfalls in Form des im Richtplan eingetragenen Stadttunnels.

Bei den Stadtzürcher Grünen ist die Enttäuschung gross: «Wir hatten wegen der vielen Unterschriften Hoffnungen in die Petition gesetzt», sagt Gemeinderat Ueli Nagel. Natürlich habe er bei der bürgerlich dominierten Regierung nicht damit gerechnet, dass ein Strassenrückbau bejubelt würde. «Aber vor Jahren hiess es, wenn die Westumfahrung offen sei, werde ein Abbruch der Sihlhochstrasse zum Thema.» Trotz des Neins wollen die Grünen weiterkämpfen – das weitere Vorgehen wird noch im März besprochen. Nagel: «Die Strasse darf auf keinen Fall nochmals 35 Jahre stehen.» (rom/sda)

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