Aktualisiert 26.07.2011 15:46

Starker Franken

Sika mit Gewinneinbruch

Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller Sika hat sein Umsatzwachstum in den ersten sechs Monaten 2011 nicht in eine Gewinnsteigerung ummünzen können. Der Reingewinn ging um 24,5 Prozent zurück.

Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller Sika spürt die hohen Rohstoffpreise. Die sinkenden Margen liessen den Reingewinn im ersten Halbjahr 2011 um 24,5 Prozent auf 113,6 Mio. Fr. einbrechen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

«Die hohen Rohstoffkosten sind der Hauptgrund für den Gewinnrückgang», sagte Christian Arnold, Analyst bei der Bank Vontobel, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Mit diesem Problem habe die gesamte Branche zu kämpfen.

Dominik Slappnig, Mediensprecher bei Sika, führt den Druck der Konkurrenz als Grund an, weshalb die steigenden Preise nur verzögert auf die Kunden abgewälzt werden konnten. Zwar habe Sika bereits vor einem Jahr höhere Preise angekündigt.

«Weil aber die Konkurrenz noch zuwartete, mussten wir die Preiserhöhungen hinauszögern, um eine Abwanderung der Kunden zu verhindern», sagte Slappnig. Erst in diesem Frühjahr seien die anderen Anbieter mitgezogen und Sika habe die höheren Einkaufspreise allmählich an den Markt weitergeben können.

Der Betriebsgewinn (EBIT) lag im ersten Halbjahr mit 177,6 Mio. Fr. 18 Prozent tiefer als noch im Vorjahr. Hingegen stieg der Umsatz um 6,6 Prozent auf 2,23 Mrd. Fr. an. «Insbesondere in den aufstrebenden Märkten weist Sika ein gutes Wachstum auf», befand Christian Arnold.

In der Region Asien und Pazifik legte der Umsatz beispielsweise um 38,4 Prozent zu. Wesentlich dazu beigetragen hat die Übernahme des chinesischen Bauzulieferers Hebei Jiuqiang Construction Material, welche Sika im März bekanntgab. Insgesamt sind von den 19,5 Prozent Umsatzwachstum in Lokalwährungen 4,7 Prozent auf Akquisitionen zurückzuführen.

Übernahmen gehören zur Unternehmensstrategie von Sika, wie Dominik Slappnig erklärte. «Es ist das Ziel von Sika, jedes Jahr Akquisitionen mit einem Volumen von 200 Mio. Fr. zu tätigen.» Deshalb strebt das Unternehmen im zweiten Halbjahr weitere Zukäufe an.

Aussicht auf steigende Margen

Weniger gut lief das Geschäft in der Region Indien, Naher Osten und Afrika. Die politischen Umwälzungen im arabischen Raum führten zu einem tieferen Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Auch in der Region Südeuropa hatten die schwierigen Rahmenbedingungen sinkende Umsätze zur Folge.

Die Börse reagierte positiv auf die Halbjahreszahlen. Bis zum Handelsschluss stieg der Kurs der Sika-Aktien um 3,3 Prozent. Der breite Gesamtmarkt SPI schloss 0,3 Prozent im Minus. Der Markt habe möglicherweise stärkere Auswirkungen der hohen Rohstoffpreise erwartet, gab Christian Arnold als Begründung an.

Im zweiten Halbjahr würden die eingeleiteten Preiserhöhungen ihre Wirkung entfalten und das Problem der hohen Rohstoffkosten entschärfen, sagte Sika-Sprecher Slappnig. Auch Analyst Arnold schätzt die Zukunftsaussichten optimistisch ein: «Der Preisdruck wird wahrscheinlich abnehmen. Dadurch dürften die Magen im zweiten Halbjahr höher sein.»

Sika erwartet, die Bruttomarge damit wieder in den Bereich von 53 bis 54 Prozent erhöhen zu können, wie Finanzchef Ronald Trächsel an einer Telefonkonferenz erklärte. Im ersten Halbjahr sank das Bruttoergebnis gegenüber dem Vorjahr von 55,9 auf 51,9 Prozent. (sda)

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