17.10.2019 20:57

RekordSilberameise läuft 85,5 Zentimeter pro Sekunde

Um in der Mittagshitze der Sahara überleben zu können, hat sich die Silberameise ein besonderes Talent angeeignet.

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fee

Die kleinen Tiere leisten Unglaubliches. (Video: Universität Ulm/Tamedia)

Ein Mensch, der mehr als 500 Kilometer pro Stunde läuft? Absolut unmöglich. Selbst der Sprinter Usain Bolt schafft nicht mal ein Zehntel dieser Geschwindigkeit. Um mit der Silberameise (Cataglyphis bombycina) mithalten zu können, müsste ein Mensch aber diese irre Geschwindigkeit rennen – zumindest auf die jeweilige Beinlänge umgerechnet.

Das haben Forscher in einer Arbeit herausgefunden, die im «Journal of Experimental Biology» veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler haben das zehn Millimeter lange Tierchen in der Wüste Tunesiens mit einer Hochgeschwindigkeitskamera gefilmt – und gemessen, dass die Ameise jede Sekunde bis zu 157-mal die Länge ihrer eigenen Beine zurücklegt (etwa 3 km/h). Die gemessene Spitzengeschwindigkeit lag bei 0,855 Metern pro Sekunde.

Unterwegs im Ameisengalopp

In der Videoanalyse stellten die Wissenschaftler fest, dass die Silberameise bis zu 47 Schritte in der Sekunde macht. Sie verfällt in eine Art Galopp, wobei sich zeitweise alle Beine gleichzeitig in der Luft befinden. Um schneller zu werden, kann sie ihre Schrittlänge sogar vervielfachen, heisst es in einer Mitteilung der Hochschule.

«Insgesamt zeigen die Silberameisen eine annähernd perfekte Koordination: Die drei zusammengehörigen Beine arbeiten beinahe synchron, wodurch die Körpermasse gleichmässig verteilt wird. Jedes Bein berührt den Boden nur 7 Millisekunden lang», so Sarah Pfeffer, die an der Studie beteiligt war.

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Die Silberameise gilt als schnellste Ameise der Welt.

Die Silberameise gilt als schnellste Ameise der Welt.

Harald Wolf
Sie bringt es auf Geschwindigkeiten von bis zu einem knappen Meter pro Sekunde, wie deutsche Forscher im «Journal of Experimental Biology» schreiben.

Sie bringt es auf Geschwindigkeiten von bis zu einem knappen Meter pro Sekunde, wie deutsche Forscher im «Journal of Experimental Biology» schreiben.

MatthiasWittlinger
Das Team um Sarah Pfeffer und Harald Wolf von der Universität Ulm hatte in der Sahara Nester der Insekten ausfindig gemacht und die Ameisen mithilfe von Mehlwürmern aus dem Loch gelockt.

Das Team um Sarah Pfeffer und Harald Wolf von der Universität Ulm hatte in der Sahara Nester der Insekten ausfindig gemacht und die Ameisen mithilfe von Mehlwürmern aus dem Loch gelockt.

Verena Wahl

Warum tut sie das?

Die Ameise muss so schnell sein für ihre spezielle Art der Nahrungssuche. Sie frisst andere Gliedertiere, die die Wüstenhitze nicht überlebt haben. Oft sind das Fluginsekten. «Die werden vom Wind in das Gebiet geweht und sterben dann irgendwann, weil es zu heiss und trocken ist», sagte Studienautor Harald Wolf von der Universität Ulm.

Doch die Ameise sucht ihr Futter nicht abends oder in der Nacht wie die meisten anderen Aasfresser, sondern in der glühenden Mittagshitze. Da kann der Sand gut und gerne mal 60 Grad heiss werden. Selbst mit seinen speziellen Proteinen verträgt der Körper des Tieres maximal 54 Grad.

Um abzukühlen, muss die Ameise regelmässig in ihr unterirdisches Nest zurück – gleichzeitig sind die Wege zur Nahrung oft weit. Die Möglichkeit sehr schnell nach Hause zurückkehren zu können, ist also überlebenswichtig.

Dracula-Ameisen: Neuer Schnapp-Rekord

(Video: Ant Lab)

Auch die Dracula-Ameise ist Rekordhalterin. (Video: Ant Lab)

(fee/sda)

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