Künstlich schön: Silikonhaut soll Gesichter von Falten befreien
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Künstlich schönSilikonhaut soll Gesichter von Falten befreien

Eine hauchdünne Zusatzhaut soll nach dem Willen von US-Forschern künftig für ein faltenfreies Äusseres sorgen. Erste Tests verliefen vielversprechend.

von
jcg

Mit dem Alter verliert die Haut an Elastizität und Fettgewebe. Cremes und andere Präparate dagegen sind, wirksam oder nicht, ein Milliardengeschäft. US-Forscher verkünden nun, mit einer hauchdünnen zweiten Haut aus Silikon die Zeichen der Zeit mindern zu können.

Zumindest temporär könnten Alterserscheinungen an den Armen und um die Augen – Tränensäcke und Falten – vermindert werden, schreiben die Autoren in «Nature Materials». Auch Sonnenschutz oder medizinische Anwendungen etwa bei Ekzemen oder zur Wundheilung seien mit der Methode künftig denkbar.

Wird flüssig aufgetragen

Die Studie beinhaltet allerdings nur erste sogenannte Proof-of-Concept-Tests an wenigen Probanden, die kaum etwas über mögliche Nebenwirkungen und die langfristige Verwendbarkeit aussagen. Lediglich die grundsätzliche Wirksamkeit wird geprüft – in dem Fall etwa das Schwinden von Fältchen.

Bilder von Vorher-nachher-Vergleichen zeigen deutlich weniger Fältchen in den Gesichtern der mit dem Präparat behandelten Frauen. Bis zu einem Tag lang könne das Produkt, das flüssig aufgetragen werde und einen elastischen, luftdurchlässigen Film bilde, auf der Haut bleiben, erklärt einer der Autoren, Robert Langer vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge.

Die «zweite Haut» gebe dem Gewebe jugendliche Elastizität zurück und verhindere zudem Feuchtigkeitsverlust, heisst es in der Studie. Regen mache der Schicht ebenso wenig etwas aus wie sportliche Aktivitäten wie Schwimmen oder Laufen, zudem wirke das Gesicht ganz natürlich – nur eben jugendlicher.

Über 100 verschiedene Polymere getestet

Das Team um die MIT-Wissenschaftlerin Betty Yu hatte demnach zehn Jahre lang an der «zweiten Haut» für medizinische und kosmetische Zwecke gearbeitet. Getestet wurden insgesamt mehr als 100 verschiedene Polymere aus Sauerstoff- und Silikon-Atomen, jeweils in dehnbaren Netzen, sogenannten XPL, angeordnet.

Bei den Tests hätte solche XPL in Sachen Elastizität besser abgeschnitten als ähnliche Ansätze zur Wundbehandlung etwa mit Polyurethanfilmen oder Silikongel, heisst es in einer begleitenden Mitteilung. Zudem habe sich gezeigt, dass das Material kaum spürbar zu tragen sei und die Haut nicht irritiere, schreiben die Forscher. Es wird demnach in einem zweistufigen Verfahren aufgetragen.

Angaben, wann das Produkt auf den Markt kommen könnte, waren zunächst nicht zu erhalten.

MIT-Video zur Silikonhaut. (Video: Youtube/Massachusetts Institute of Technology (MIT) (jcg/sda)

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