Von Stocker, Zhegrova bis Shaqiri: FCB-Verteidiger Widmer und die Spektakelspieler
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Von Stocker, Zhegrova bis ShaqiriFCB-Verteidiger Widmer und die Spektakelspieler

Nach dem Erfolg gegen Luzern lobt Silvan Widmer einen Mitspieler besonders und einen, den er am Montag trifft. Speziell ist auch der Siegtorschütze gegen den FCL.

von
Eva Tedesco

Das sagt Verteidiger Silvan Widmer über das Zusammenspiel mit den Spektakelspielern Edon Zhegrova in Basel und Xherdan Shaqiri in der Nati.

Video: 20 Minuten/ete

Darum gehts

  • Der FC Basel gewinnt dank einem Tor von Stocker – ausgerechnet.
  • Rückkehrer Edon Zhegrova sorgt für Spektakel und erinnert an Shaqiri.
  • Mit beiden hat es Silvan Widmer nun zu tun.

Er sorgte Anfang September für viel Gesprächsstoff in Basel und in der Zentralschweiz. Valentin Stocker flirtete heftig mit dem FC Luzern und provozierte seine Vertragsverlängerung mit dem FCB bis 2023. Ausgerechnet er erzielte nun am Sonntag gegen seinen Sommerflirt das entscheidende Tor zum 3:2-Sieg der Bebbi. «Ich weiss nicht, ob der Verein ihn sich leisten hätte können, aber über seine Qualität muss man nicht reden», sagt FCL-Stürmer Pascal Schürpf nach der Niederlage.

Nach dem Verpassen der Gruppenphase in der Europa League letzten Donnerstag sprach Stocker noch von fehlender Qualität im Kader des FCB. Knappe Sätze zwar, aber voller Brisanz. Und auch wenn die Verantwortlichen wie Präsident Bernhard Burgener («Er hat das aus der Emotion heraus gesagt, es ist alles im grünen Bereich») die Aussagen des 31-Jährigen den Emotionen zuschieben wollen, ist Stocker zu routiniert, um derartige Sätze nur aus der Emotion heraus zu sagen.

Die Leichtigkeit ist zurück

Stocker übernahm die Verantwortung nicht nur rhetorisch, er tat dies gegen den FCL auch auf dem Platz. Er dirigierte im zentralen, offensiven Mittelfeld, presste nach Ballverlusten, fütterte Cabral, Pululu und Zhegrova mit Zuspielen und suchte selbst den Abschluss, wie in der 77. Minute, den er zum 3:2-Sieg abschloss. Es war bereits sein 87. Treffer (110 Vorlagen) im 356. Pflichtspiel in Rotblau.

Der Captain sagt: «Es war ein megawichtiger Sieg und vielen Dank an die Fans, die uns zu diesem Sieg geführt haben. Man hat gesehen, dass die Freude und die Leichtigkeit wieder zurück sind, obwohl es der FCL nicht schlecht gemacht hat.» Nicht schlecht war nicht gut genug. Das habe auch an Arthur Cabral, Afimico Pululu und Edon Zhegrova gelegen, sagt Fabio Celestini. «Wir hatten unsere Probleme mit diesen Spielern – das hat den Unterschied ausgemacht», so der FCL-Trainer.

Der Spektakelspieler ist in Basel zurück

Besonders im Fokus: Zhegrova. Der kleine Kosovare tut Rotblau mit seinen wirbligen, schnellen Vorstössen gut, mit seiner feinen Technik und mit seinem Spielwitz zieht er die gegnerischen Verteidiger auf sich. «Er ist ein toller Fussballer, der für die Zuschauer Spektakel bietet», sagt Silvan Widmer, der zusammen mit Zhegrova die rechte Seite beim FCB beackert. «Ich spiele gerne mit ihm und versuche, ihn weiterzubringen. Wenn er – ich sage einmal – die einfachen Sachen besser macht, kann er international ein grosser Spieler werden.»

Das sagt FCB-Trainer Ciriaco Sforza über den Auftritt von Edon Zhegrova gegen den FC Luzern.

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Oft trifft Zhegrova noch die falschen Entscheidungen. Im Erfolgsfall sorgt sein Egoismus trotzdem für Spektakel, wenn es nicht klappt und der Mannschaft nicht gut läuft, kann das schnell nerven. Auch die Mannschaftskollegen? Widmer: «Nein, im Fussball geht es darum, dass jeder seine Qualitäten ins Spiel einbringen kann und wir wissen alle, dass Edon ein extrem gutes Dribbling hat. Er muss aufpassen, dass er in gewissen Situationen nicht übertreibt. Natürlich kann mir im Spiel passieren, dass ich mich über ihn aufrege, aber ich versuche dann die richtigen Worte zu wählen und ihn zu motivieren, dass er es das nächste Mal besser macht.»

Auch der Nati-Spektakelspieler ist zurück

Am Montag rückt Widmer in der Ostschweiz in die Nationalmannschaft ein und trifft dort mit Xherdan Shaqiri auf jenen Spieler, der in der Nati für Spektakel sorgen kann. Der Liverpool-Söldner ist erstmals seit Juni 2019 wieder dabei. «Ich freue mich auf ihn, ich bin schon lange nicht mehr mit Xherdan in der Nati gewesen. Aber in der Nationalmannschaft ist es noch nie um Einzelspieler gegangen. Dort macht das Team den Unterschied und wir haben gezeigt, dass wir ein gutes Team sind», sagt Widmer.

Dass sich Shaqiri im September vor einem Jahr über fehlende Wertschätzung in der Nati beklagte und es deshalb zu einer Aussprache mit Nati-Trainer Vladimir Petkovic kam, ist für die Mannschaft kein Thema mehr. Zumindest nicht für Widmer. «Für mich ist die Geschichte gegessen. Ich weiss, dass Xherdan ein Teamplayer und ein hervorragender Fussballer ist. Er ist einer der besten, den wir in der Schweiz haben und ich bin froh, ist er wieder dabei. Ich hoffe, dass er uns weiterhin mit seinen Toren und tollen Spielen zu Siegen verhilft.»

Nati-Trainer Vladimir Petkovic spricht über das Aufgebot für Xherdan Shaqiri für die Nations League im Oktober in St. Gallen.

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Die Nati besammelt sich am Montag im Hotel Säntispark in Abtwil und trifft am Mittwoch in St. Gallen in einem Freundschaftsspiel auf Kroatien, am Samstag in Madrid im Rahmen der Nations League auf Spanien und drei Tage später in Köln auf Deutschland.

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