Aktualisiert 31.12.2012 13:07

Vergewaltigte Frau tot

Silvesterpartys in Indien abgesagt

Indien trauert weiter um die junge Frau, die nach der Massenvergewaltigung in Neu Delhi verstarb. Traditionsklubs und das Militär wollen den Jahreswechsel nicht feiern.

Nach dem Tod der vergewaltigten Inderin haben grosse Traditionsclubs in der Hauptstadt Neu Delhi ihre Silvesterpartys abgesagt. «Unsere Mitglieder glauben, dass es nicht der richtige Zeitpunkt für eine laute Feier ist», sagte der Vorsitzende des 7000 Mitglieder starken Vasant-Vihar-Clubs, Sudhir Mittal, am Montag.

Der ebenso grosse, 99 Jahre alte Gymkhana-Club strich seine traditionelle Silvesterparty ebenfalls. Dort treten zum Jahresende normalerweise Bollywood-Stars auf.

Man trauere gemeinsam mit dem Rest des Landes um die junge Frau, die am Samstag an ihren Verletzungen gestorben war, sagte Club-Chef O.P. Malhotra. Die Mitglieder seien stattdessen eingeladen, an einer Kerzenmahnwache teilzunehmen.

Eine Gruppen-Vergewaltigung mit Folgen

«Sie wollen den letzten Tag des Jahres dem Opfer der Gruppenvergewaltigung widmen»

Auch das staatliche Ashok Hotel sagte seine Silvesterparty ab. Die «Economic Times» berichtete, bei privaten Hotels seien Buchungen für Partys zurückgegangen, weil den Menschen nach dem furchtbaren Verbrechen nicht nach Feiern zumute sei.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP entschieden auch die indische Armee, Luftwaffe und Marine, alle geplanten Partys zum neuen Jahr abzusagen. «Sie wollen den letzten Tag des Jahres dem Opfer der Gruppenvergewaltigung widmen», zitierte AFP einen ranghohen Beamten des Verteidigungsministeriums. Die Absage der Feierlichkeiten sei «freiwillig» geschehen und nicht vom Ministerium angeordnet. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.