Rubys Telefon angezapft: «Silvio gibt mir so viel ich will»

Aktualisiert

Rubys Telefon angezapft«Silvio gibt mir so viel ich will»

Mitten im Prozess gegen den ehemaligen italienischen Premierminister Silvio Berlusconi publiziert eine italienische Zeitung Tonbandaufnahmen von Karima El Mahroug alias Ruby.

von
aeg

Rubygate hat die italienische Öffentlichkeit auch nach dem Abgang von Premierminister Silvio Berlusconi fest im Griff. Der Prozess gegen den Cavaliere in Mailand ist in vollem Gange, sogar Berlusconi selber ist vergangenen Freitag vor Gericht erschienen.

«La Repubblica» hat nun Aufzeichnungen der Abhörprotokolle der minderjährigen marokkanischen Prostituierten Karima el Mahrug, genannt Ruby, publiziert und damit neues Öl ins Feuer gegossen. Ruby plaudert in den Mitschnitten mit einer Freundin über die Beziehung zum damals mächtigsten Mann Italiens.

«Sie denken, dass sie Sex haben, aber es ist nicht so»

«Er ist verrückt, wirklich verrückt», erzählt Ruby in den zwischen dem 26. und dem 28. Oktober 2010 entstandenen Aufnahmen. «Silvio ruft mich permanent an», erzählte sie beispielsweise ihrem Ex-Freund Sergio Corsaro, einem Friseur.

Ruby en lingerie pour une pub

Die Beziehung zwischen Ruby und dem Cavaliere dauerte demnach rund ein Jahr, allerdings ohne dass es zum Geschlechtsverkehr kam, wie Ruby beteuerte. «Die Menschen sehen ein schönes Mädchen bei Berlusconi zu Hause und denken sofort das Schlimmste. Sie denken, dass sie Sex haben, aber es ist nicht so.»

Interview mit Ruby Rubacuori

«Ich überhäufe dich mit Gold»

Trotzdem schien Berlusconi nach den ersten Medien-Berichten über Ruby beunruhigt gewesen zu sein. «Silvio hat mich gestern angerufen und gesagt ‹Ruby, wie viel Geld willst du?› Er sagte, er gibt mir so viel Geld wie ich will. ‹Ich überhäufe dich mit Gold, aber es ist wichtig, dass du alles versteckst. Sag nichts zu niemandem!›»

Auf fünf Millionen Euro hätten sich Ruby und der Cavaliere geeinigt. «Er sagte mir, ich solle verrückt tun und sch*** reden.» Auch sonst dürfte sich die Beziehung für Ruby gelohnt haben. Am 26. Oktober 2010 erzählt sie einer Freundin, dass Berlusconi ihr 47 000 Euro pro Woche bezahle.

Der Prozess geht weiter

Berlusconi hat zu den Veröffentlichungen keine Stellung genommen. Er hatte die angeblichen Bunga-Bunga-Partys wiederholt als «elegante Dinner» bezeichnet. Strippende Nonnen und «burlesque» Darbietungen hat er nicht abgestritten. Für Sex habe er aber nie bezahlt, so der Cavaliere.

Der Rubygate-Prozess geht derweil weiter. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Politiker vor, für Sex mit der minderjährigen Ruby bezahlt und sein Amt später zur Vertuschung der Angelegenheit benutzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hofft, ihre Behauptung stützen zu können, wonach Berlusconi den Behörden sagte, das Mädchen sei eine Verwandte des mittlerweile gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak.

(Die Ruby-Gespräche auf Repubblica.it)

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