Simbabwe: Wahlbetrug zeichnet sich ab
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Simbabwe: Wahlbetrug zeichnet sich ab

Die Auszählung der Stimmen in Simbabwe verzögert sich weiter. Die Opposition schliesst daraus, dass sie die Wahlen gewonnen hat. Nach eigenen Angaben hat die Opposition in 96 von 128 Wahlkreisen gewonnen. Die Verzögerung der Veröffentlichung deuten Beobachter als Hinweis auf einen Wahlbetrug seitens des Präsidenten Mugabe.

Die ersten Teilergebnisse der Wahlen in Simbabwe zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Regierungspartei und Opposition. Die offiziellen Zahlen stehen im Widerspruch zu Zählungen der Opposition, die einen Vorsprung für sich reklamiert.

Nach eigenen Angaben konnte die Opposition bereits 96 von 128 Wahlkreisen für sich verbuchen. Die offizielle Auswertung der Stimmen in 25 Wahlkreisen ergab heute eine weitgehend gleichmässige Verteilung mit 13 Parlamentssitzen für die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel MDC und 12 für die regierende ZANU(PF)-Partei.

Die Europäische Union forderte eine rasche Veröffentlichung der Wahlergebnisse. Die Verzögerung bei der Auszählung sei nicht nachvollziehbar und werfe Fragen auf, die schnellstens geklärt werden müssten, sagte ein Sprecher des deutschen Auswärtigen Amts heute in Berlin.

Gegen den seit 28 Jahren regierenden Präsidenten Robert Mugabe waren bei der Parlaments- und Präsidentschaftswahl am Samstag Oppositionsführer Morgan Tsvangirai und der frühere Finanzminister Simba Makoni angetreten. Die Opposition hatte sich am Sonntag zum Wahlsieger erklärt und sich damit den Vorwurf der Regierung eingehandelt, Unruhen zu schüren.

Die MDC betonte auf einer Pressekonferenz, sie werde ihre eigene Zählung in den insgesamt 210 Wahlkreisen fortsetzen. Grundlage dafür seien die von jedem Wahllokal veröffentlichten Auszählungen.

Mit einem Ergebnis der Präsidentenwahl rechnen Beobachter angesichts der schleppenden Auszählung und offiziellen Bekanntgabe frühestens am Montagabend.

(sda)

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