Aktualisiert 15.10.2004 14:15

Simbabwischer Oppositionsführer freigesprochen

Acht Monate nach Prozessabschluss ist der simbabwische Oppositionsführer Morgan Tsvangirai überraschend vom Vorwurf des Hochverrats freigesprochen worden.

Richter Paddington Garwe verkündete das Urteil am Freitag im Hohen Gericht der Hauptstadt Harare. Zuvor waren hunderte Demonstranten vor dem Gebäude vertrieben worden. Tsvangirais Bewegung für Demokratischen Wandel hatte das Verfahren von Anfang an als politisch motiviert verurteilt.

Oppositionspolitiker wurden von dem Gerichtstermin am Freitag ebenso ausgeschlossen wie westliche Diplomaten und zahlreiche Journalisten. Tsvangirai wurde beschuldigt, die Ermordung von Präsident Robert Mugabe geplant zu haben, was er stets bestritten hat. Als Beweisstück diente der Anklage die geheime Video-Aufzeichnung eines Treffens zwischen dem Oppositionspolitiker und dem kanadischen Geschäftsmann und politischen Berater Ari Ben Menashe. Dabei soll von der Eliminierung Mugabes die Rede gewesen sein.

Tsvangirai erklärte, damit habe er die Amtsenthebung des Präsidenten bei der Wahl im März 2002 gemeint. Der Oppositionsführer verlor diese Wahl knapp gegen den langjährigen Amtsinhaber. Der Verlauf der Abstimmung wurde international als nicht fair verurteilt.

Tsvangirais Verteidiger in dem Prozess war George Bizos, der südafrikanische Staranwalt der Anti-Apartheids-Bewegung, der vor 40 Jahren auch den späteren Präsidenten Nelson Mandela vertreten hat. Er legte Beweise vor, dass Ben Menashe als Agent der simbabwischen Regierung beauftragt war, die Opposition in Misskredit zu bringen. Gleichwohl hatten Beobachter damit gerechnet, dass Mugabe das Gericht zu einem Schuldspruch für Tsvangirai bewegen werde. (dapd)

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