Hitzkopf: Simeone schlägt Atlético-Betreuer

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HitzkopfSimeone schlägt Atlético-Betreuer

Immerhin hat er nur geschlagen. Man würde Diego Simeone auch zutrauen, dass er beisst. Der Atlético-Trainer drehte in München wieder einmal im roten Bereich.

von
sco

Es lief die Nachspielzeit in diesem Halbfinal-Rückspiel der Champions League. Der FC Bayern führte 2:1, brauchte aber nach dem 0:1 im Hinspiel unbedingt noch ein Tor. Entsprechend eilig hatten es die Platzherren. Ganz anders Atlético Madrid, das seit der ersten Minute bemüht war, Tempo aus dem Spiel zu nehmen.

Um den Rhythmus der Bayern zu brechen, wollte Atlético-Trainer Diego Simeone für den Flügelstürmer Koke den Verteidiger Stefan Savic einwechseln. Der Ball flog ins Seiten-Aus, jetzt war der Augenblick für den Argentinier gekommen. Doch bevor Atlético-Betreuer Pedro Pablo Matesanz (55) den vierten Offiziellen über den Wechselwunsch informieren konnte, hatte Bayern-Captain Philipp Lahm den Ball bereits wieder eingeworfen. Simeone kochte vor Wut, Matesanz wollte sich rechtfertigen und kassierte von seinem Chef einen kräftigen Hieb gegen die Schulter. El Cholo, wie er leibt und lebt.

Matesanz war früher selbst Profifussballer, spielte in den 70er- und 80er-Jahren für Atlético Madrid. Heute bekleidet er die Funktion eines sogenannten Mannschaftsdelegierten – offensichtlich nicht immer zur vollen Zufriedenheit seines Chefs.

Wieder auf Normaltemperatur

Matesanz' Gemächlichkeit blieb schliesslich ohne Folgen, Simeone konnte Savic kurz später doch noch einwechseln und brachte das Resultat über die Zeit. Und bewies später, dass er nicht nur rasend schnell auf 180 ist, sondern nach dem Spiel auch zügig wieder für den zwischenmenschlichen Umgang geeignete Normaltemperatur erreicht. Dies beweist das Video unten: Bestens gelaunt schlendert Diego Simeone nach dem zäh errungenen Finaleinzug über den Rasen der mittlerweile leeren Allianz-Arena und telefoniert (vermutlich) mit seinen Lieben zu Hause.

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