Aktualisiert 05.11.2011 09:49

SCL TigersSimon Moser in die NHL?

Langnaus Stürmer Simon Moser (22) ist einer der besten Schweizer Spieler der Liga. Eher früher als später wird er in die Notizbücher der NHL-Scouts geraten.

von
kza
Noch jubelt Topscorer Simon Moser mit Langnauer Teamkollegen, hier mit Pascal Pelleter - aber die NHL lockt.

Noch jubelt Topscorer Simon Moser mit Langnauer Teamkollegen, hier mit Pascal Pelleter - aber die NHL lockt.

Zugs Damien Brunner (25/180 cm/84 kg) ist das elegantere, technisch bessere Kufentier (bisher 20 Spiele/15 Tore/11 Assists) und Fribourgs Julien Sprunger (25/194 cm/90 kg) der schlauere Skorer (22 Spiele/13 Tore/11 Assists). Aber Langnaus Simon Moser (22/187 cm/95 kg) hat einen noch stärkeren Einfluss auf das Spiel.

Die Rolle des Alphatieres

Mit seiner Energie und seiner Härte kann er das Momentum auf die Seite seiner Mannschaft zwingen. Seine Zweikampfhärte ist für Schweizer Massstäbe beeindruckend. Er ist einer der wenigen Schweizer Spieler, die das Spiel in allen drei Zonen dominieren und in ihrem Team die Rolle eines Alphatieres übernehmen. Im Derby gegen den SCB erscheint er zwar nur mit einem Assist in der Statistik (bisher 22 Spiele/10 Tore/11 Assists) – doch er ist der wirkungsvollste, charismatischste Langnauer und leistet auch ein enormes defensives Arbeitspensum. Für die ältere Generation: Moser mahnt in seinem Wesen und Wirken an Michael Horisberger, den Leitwolf des Langnauer Meisterteams von 1976.

Moser hat seinen Vertrag bereits um zwei Jahre (bis 2014) verlängert. Er ist schon jetzt ein «Franchise Player». So nennen die Nordamerikaner einen Spieler, der eine Mannschaft auf dem Eis und ein Hockeyunternehmen neben dem Eis besser macht. Er ist mit seinem rauen, nordamerikanischen Stil im Grunde der Prototyp eines NHL-Stürmers.

NHL ist ein Thema

Deshalb ist die Frage «Simon Moser in die NHL?» durchaus berechtigt. Das sieht auch Langnaus Manager Ruedi Zesiger so. Er bestätigt gegenüber 20 Minuten Online: «Bei der Vertragsverlängerung haben wir mit Simon Moser dieses Thema auch angeschnitten. Es ist klar, dass er die nächsten zwei Jahre bei uns spielen will. Aber wenn er für die WM nominiert wird und ein grosses Turnier spielt, dann müssen wir damit rechnen, dass er eine NHL-Offerte bekommt. Zwar enthält unser Vertrag keine Ausstiegsklausel für die NHL. Aber wenn einer unserer Spieler eine Chance in der NHL bekommt, dann werden wir nicht auf unserem Vertrag beharren.»

Die Langnauer würden also Moser ziehen lassen. Zesiger sagt, dass man aber gewisse Vorkehrungen treffen würde: «Unser Vertrag würde nur sistiert und nach seiner Rückkehr weiter laufen. Wir würden auch versuchen sicherzustellen, dass er dann, wenn er es nicht schaffen sollte, nicht ins Farmteam sondern zu uns zurückgeschickt würde.»"

Hoffen auf Gustafsson junior

Simon Moser wird im Laufe dieser Saison und wohl auch an der WM weitere Schlagzeilen schreiben. Und bereits zeichnet sich ab, dass die Langnauer in den nächsten Wochen einen zweiten Stürmer mit einer ähnlichen Wirkung wie Simon Moser bekommen: Anton Gustafsson (21). Der Sohn von Bengt-Ake Gustafsson, der mit einer Schweizer Lizenz spielt, hat eine ähnliche Postur (189 cm/91 kg) und einen ähnlichen Stil wie Moser, ist aber der eher noch komplettere Spieler. Sehr viel Pech hat ihn bisher daran gehindert, sein enormes Talent umzusetzen: Der Erstrundendraft der Washington Capitals (2008/Nr. 21) hat in den letzten vier Jahren wegen verschiedenen Verletzungen nie eine ganze Saison beschwerdefrei spielen können. Das ist der Grund, warum Washington den Vertrag aufgelöst hat.

Gegen den SCB hat Gustafsson wegen einer Gehirnerschütterung die er sich im ersten Derby in Bern am 30. September zugezogen hat, erst sein zwölftes Saisonspiel bestritten. Aber beim 6:4 gegen den SCB zeigte er seine bisher beste Partie für die Langnauer (1 Tor/1 Assist, seine ersten Skorerpunkte in dieser Saison). Wenn er jetzt das Glück hat, das ihm bisher gefehlt hat, dann wird aus ihm im Laufe der nächsten vier Monate ein zweiter Simon Moser.

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