Aktualisiert 29.04.2016 09:58

Eklat im Parlament

«Simonetta Sommaruga musste aufs WC»

Der Abgang der Justizministerin hat beinahe eine Staatsaffäre ausgelöst. Nationalratspräsidentin Christa Markwalder spricht von einem Missverständnis.

von
woz

Am Dienstag ist es im Nationalratssaal zum Eklat gekommen. Roger Köppel greift Bundesrätin Simonetta Sommaruga in seiner Rede zur Personenfreizügigkeit auf Kroatien massiv an. Die Justizministerin verlässt den Saal – mit ihr die ganze SP-Fraktion. Wurde es Sommaruga zu bunt?

Offenbar nicht. Christa Markwalder spricht gegenüber TeleZüri von einem Missverständnis. Die Bundesrätin sei schon stundenlang im Nationalratssaal gewesen. «Simonetta Sommaruga musste aufs WC», sagt die Nationalratspräsidentin zum Sender. Das sei ihr gutes Recht. «Bundesräte haben ein Anwesenheitsrecht, aber keine Anwesenheitspflicht», so Markwalder weiter.

Roger Köppel findet Sommarugas Abgang immer noch respektlos. Ihn irritiert vor allem der Zeitpunkt der WC-Pause und, dass die gesamte Fraktion der Bundesrätin folgte.

Hat die Fraktion das Verhalten ihrer Bundesrätin falsch interpretiert? SP-Nationalrätin Chantal Galladé meint dazu: «Mich interessierte nicht, wo Sommaruga hinging (...) Es geht um Respekt gegenüber anderen Menschen.» Auch bei hitzigen Diskussionen müsse man «fair» bleiben.

Die Rede von Köppel im Video:

Ob Notdurft oder Roger Köppel der Grund für das Verschwinden aus dem Saal war, weiss wohl nur Sommaruga selbst. Weder die Bundesrätin noch ihr Departement EJPD wollten zum TeleZüri-Bericht Stellung nehmen.

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