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Täter von Salez«Simons einziges Ziel war, geliebt zu werden»

Mit einer brennbaren Flüssigkeit und einem Messer hat Simon S. in einem Zug Passagiere angegriffen. Laut der Familie des Täters wollte dieser nur eines: Liebe.

von
lüs
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«Dein einziges Ziel in deinem Leben war, geliebt zu werden. Du hast nicht gemerkt, wie sehr wir dich lieben»: Mit diesen Worten verabschiedet sich die Familie in einer Todesanzeige von Simon S.

«Dein einziges Ziel in deinem Leben war, geliebt zu werden. Du hast nicht gemerkt, wie sehr wir dich lieben»: Mit diesen Worten verabschiedet sich die Familie in einer Todesanzeige von Simon S.

Simon S. griff am Samstag, 13. August 2016, in einem Regionalzug der Südostbahn andere Passagiere mit einem Messer und brennbarer Flüssigkeit an. Eines der Opfer starb, und auch S. erlag einen Tag nach seinem Angriff seinen Verletzungen. Nachbarn und ehemalige Arbeitskollegen beschreiben S. als Einzelgänger, der den Kontakt mit anderen Menschen gemieden und viel gelesen habe.

Simon S. griff am Samstag, 13. August 2016, in einem Regionalzug der Südostbahn andere Passagiere mit einem Messer und brennbarer Flüssigkeit an. Eines der Opfer starb, und auch S. erlag einen Tag nach seinem Angriff seinen Verletzungen. Nachbarn und ehemalige Arbeitskollegen beschreiben S. als Einzelgänger, der den Kontakt mit anderen Menschen gemieden und viel gelesen habe.

ZVG
S. wohnte in diesem Haus in Eschen (FL). Im nahegelegenen Buchs SG besuchte er die Hochschule für Technik. Offiziell gemeldet war S. aber in einer Gemeinde im Kanton Schwyz, in der auch seine Eltern leben.

S. wohnte in diesem Haus in Eschen (FL). Im nahegelegenen Buchs SG besuchte er die Hochschule für Technik. Offiziell gemeldet war S. aber in einer Gemeinde im Kanton Schwyz, in der auch seine Eltern leben.

20 Minuten/tso/fej

Zur Tragödie kam es vor knapp zwei Wochen: In einem Zug der Südostbahn zwischen Buchs SG und Salez griff Simon S.* (27) mehrere Passagiere an. Er setzte bei seiner Attacke eine brennbare Flüssigkeit und ein Messer ein. Sechs Menschen wurden verletzt, eine 34-jährige Frau starb einen Tag später im Spital.

Auch Simon S. erlag einen Tag nach seiner Bluttat seinen schweren Verletzungen. Aufgewachsen ist der Täter im Kanton Schwyz als Sohn einer Lehrerfamilie. Bekannte des jungen Mannes sagten, S. habe während seiner Jugend unter Mobbing gelitten. Weil er stark schielte, sei er jahrelang gehänselt und ausgelacht worden.

«Du hast nicht gemerkt, wie sehr wir dich alle lieben»

Die Familie von S. hat mittlerweile in einer Zeitung eine Todesanzeige publiziert, in der sie auch ein Foto von S. zeigt. Daneben stehen zwei Sätze, die sich direkt an den Verstorbenen richten. «Dein einziges Ziel in deinem Leben war, geliebt zu werden», schreibt die Trauerfamilie. «Du hast nicht gemerkt, wie sehr wir dich alle lieben.»

Mit welchem Motiv S. seine Tat verübte, ist weiterhin offen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft St. Gallen laufen noch. Obwohl S. tot ist, werden die Untersuchungen weitergeführt.

*Name der Redaktion bekannt.

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