Auto-Ratgeber: Sind ältere und schwerere Kids im Kindersitz sicher?
Aktualisiert

Auto-RatgeberSind ältere und schwerere Kids im Kindersitz sicher?

Alexandra möchte ihr Kind im Auto richtig schützen. Doch sie tut sich schwer damit, eine geeignete Sitzerhöhung zu finden.

von
Olivia Solari
AGVS
Gemäss Verkehrsregelnverordnung muss für ein Kind unter 12 Jahren, das kleiner ist als 1,50 Meter, eine geeignete Rückhaltevorrichtung verwendet werden, z. B. eine Sitzerhöhung. Von einem Maximalgewicht steht nichts in der Verordnung.

Gemäss Verkehrsregelnverordnung muss für ein Kind unter 12 Jahren, das kleiner ist als 1,50 Meter, eine geeignete Rückhaltevorrichtung verwendet werden, z. B. eine Sitzerhöhung. Von einem Maximalgewicht steht nichts in der Verordnung.

AGVS

Frage von Alexandra ans AGVS-Expertenteam:

Ich habe ein siebenjähriges Kind, das 1,36 Meter gross ist und zurzeit noch 35 Kilogramm wiegt. Ein Kind muss mit einer geprüften Kindersitzerhöhung mitgeführt werden. Ausnahmen: a) wenn es 12 Jahre alt und b) 1,50 Meter gross ist. Ich finde aber keine Kindersitzerhöhungen ab 36 Kilogramm. Ist mein Kindersitz noch sicher? Darf das Kind im Kindersitz mitfahren, auch wenn es das Maximalgewicht für das Produkt überschreitet?

Antwort:

Liebe Alexandra

Die grössten Kindersitze sind auf ein Gewicht von 15 bis 36 Kilogramm ausgerichtet. Gemäss Artikel 3a Abs. 4 der Verkehrsregelnverordnung muss für ein Kind unter 12 Jahren, das kleiner ist als 1,50 Meter, eine geeignete Rückhaltevorrichtung verwendet werden, z. B. eine Sitzerhöhung mit oder ohne Rückenlehne. Von einem Maximalgewicht steht nichts in der Verordnung.

Das bedeutet für dich, dass dein Kind auch mitfahren kann, wenn es schwerer ist als die vom Hersteller für den Kindersitz angegebenen 36 Kilogramm. Denn das Zurückhalten bei einem Unfall gewährleistet in diesem Fall der Sicherheitsgurt – und der ist ja auf das Gewicht von Erwachsenen ausgelegt. Der Kindersitz dient lediglich dazu, den korrekten Gurtverlauf sicherzustellen. Hierbei ist es wichtig, dass der Gurt so eng wie möglich am Körper des Kindes anliegt. Das bedeutet gerade jetzt in der kalten Jahreszeit: Unbedingt die Winterjacke ausziehen!

Rückenlehne und seitliche Polster helfen gegen Verletzungen

Nun gibt es Sitzerhöhungen mit oder ohne Rückenlehne. Wir empfehlen Sitzerhöhungen mit einer höhenverstellbaren Rückenlehne. Diese Lehne bietet eine optimale Gurtführung über die Schulter und im Beckenbereich. Besonders gute Produkte verfügen zudem über seitliche Polster, die für besseren Schutz bei seitlichen Kollisionen sorgen. Ohne Rückenlehne und seitliche Polster riskierst du, dass dein Kind bei einem Unfall mit dem Kopf gegen harte Oberflächen prallt und sich verletzt. Das können auch moderne Autos mit Seitenairbag nicht zu 100 Prozent ausschliessen.

Der Kindersitz muss entweder nach ECE-R44/03 resp. 04 oder R129 zugelassen sein. Du findest diese Angaben auf einer orangen Zulassungsetikette am Sitz. Ein Hinweis noch, falls du mit dem Nachwuchs ins Ausland fahren willst: Hier gelten je nach Land unterschiedliche Regeln. Der TCS hat sie sehr gut zusammengefasst.

Gute Fahrt!

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Und dieses Expertenteam sorgt für Durchblick: Markus Aegerter (Handel und Dienstleistungen), Olivier Maeder (Bildung), Markus Peter (Technik und Umwelt) und AGVS-Juristin Olivia Solari (Recht).

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