Aktualisiert 11.11.2011 12:53

Radar-Störung

«Sind Aliens in der Schweiz gelandet?»

In der Nacht auf Freitag hat das Radarbild sämtlicher Wetteranbieter eigenartige Bilder angezeigt. Ein Leser fragte sich: Sind Ausserirdische in Zürich gelandet?

von
ast
Radarbild von heute Nacht um 03:30 Uhr.

Radarbild von heute Nacht um 03:30 Uhr.

Seltsames tat sich Donnerstagnacht auf dem Regenradar von Schweizer Wetteranbietern: Ab zirka 03:30 Uhr in der Nacht waren auf den Radarbildern konzentrische Kreise zu sehen, die sich um einen Punkt im Kanton Zürich formierten. Morgens gegen 8 Uhr war der Spuk plötzlich zu Ende.

Mehrere Leser wandten sich an 20 Minuten Online. «Habt ihr euer Wetter manipuliert?», wollte Nicole wissen. «Technische Panne? Ausserirdische?», wollte Klaus wissen. Tatsächlich: Klaus sollte mit seiner ersten Hypothese recht behalten.

Eine Nachfrage bei MeteoSchweiz, welche die Radarbilder bereitstellt, ergab, dass es sich um eine Computerpanne gehandelt hat. Der Schweizer Wetterdienst betreibt drei Radarstationen, eine in La Dôle in der Westschweiz, eine auf dem Monte Lema im Tessin - und eine auf dem Albis im Kanton Zürich. Der technische Unterhalt der drei Radarstationen von MeteoSchweiz wird von der Ruag besorgt.

Neustart und die «Ausserirdischen» waren weg

Bruno Zimmermann von der Ruag konnte eine technische Erklärung für das seltsame Phänomen liefern: Radargeräte senden gebündelte elektromagnetische Wellen aus und messen, ob sie auf ein Hindernis - etwa Regentropfen - stossen. Das Signal wird durch den drehenden Parabolspiegel in alle Richtungen ausgesandt. Durch die Zeit, die das Echo vom Hindernis zurück braucht, kann der Abstand vom Sendestandort aus berechnet werden.

Der Rechner, der die Signale auswertet, hatte in der Nacht auf Freitag eine Störung und geriet aus dem Takt: Es gab eine Zeitverschiebung von wenigen Sekundenbruchteilen. Deshalb produzierte die Software, die die Signale visualisiert, konzentrische Kreise. Mittelpunkt der Störung war der Standort des Radargeräts. Der Radar auf dem Albis verwendet sechs Signalprozessoren. Deshalb waren bis zu sechs konzentrische Kreise auszumachen.

Und wie konnte die Störung behoben werden? Da kocht auch die Ruag nur mit Wasser: «Wir haben einfach den Rechner neu gestartet. Danach war alles wieder in Ordnung», sagt Zimmermann. Vorerst gilt also: Entwarnung in Sachen Aliens.

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