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Sex-Test im EishockeySind befriedigte Finnen die besseren Finnen?

Die finnischen Eishockeyaner durften vor dem Schweiz-Spiel eine Nacht bei ihren Frauen verbringen. Bald werden wir wissen, ob Sex vor dem Wettkampf spritziger macht.

von
Klaus Zaugg
Helsinki
Finnlands Spieler müssen sich nicht nur mit körperlicher Nähe zu Teamkollegen begnügen.

Finnlands Spieler müssen sich nicht nur mit körperlicher Nähe zu Teamkollegen begnügen.

Die nächste Partie Finnland gegen die Schweiz (Dienstag, 19.15, im Liveticker) bringt uns eine Antwort auf eine der reizvollsten Fragen des Sportes: Ist Sex vor dem Wettkampf vorteilhaft oder ungünstig?

Der Weltmeister hat zum Auftakt der WM so schwedisch gespielt wie noch nie: 1:0 (38:21 Torschüsse) gegen Weissrussland und 1:0 (22:26 Torschüsse) gegen die Slowakei. Minimalisten-Hockey auf Weltklasse-Niveau. Zwei Tore, sechs Punkte. Mehr Taktik als wilde offensive Jagd. Sorgfältige Spielkontrolle und Spielverwaltung. Für dieses Eishockey waren einst die Schweden weltberühmt und der SC Bern hat es in den Playoffs unter dem finnischen Trainer Antti Törmänen zelebriert.

Frauen-Besuch unter Geheimhaltung

Das Spiel gegen die Schweiz wird zeigen, ob die Finnen tatsächlich diese Taktik wählen, um als erstes Heimteam seit 1986 (die Sowjetunion in Moskau) die WM zu gewinnen oder ob sie sich zum Auftakt vorerst einmal geschont haben. Bei allen grossen Teams beginnt die WM in der Regel mit einem sanften Lüftchen und wird erst ab den Viertelfinals zu einem richtigen Sturm.

Die Partie gegen die Schweiz wird uns aber auch die Frage beantworten, ob Sex vor einem Spiel gut ist oder eher nicht. Die finnischen Hockey-Helden haben am Sonntag im Hotel in der Stadt ausgecheckt und sind für eine Nacht in ein Hotel ausserhalb der Stadt gezogen. Dort hat es ein Abendessen mit den Frauen und Freundinnen gegeben – mit anschliessender Übernachtung. Am Montag ist die Mannschaft wieder ins Hotel in der Stadt zurückgekehrt. Die ganze Aktion ist unter sorgfältiger Geheimhaltung durchgeführt worden.

Seit Jahren kontrovers diskutiert

Zelebrieren die Finnen am Dienstag fliegendes Offensivhockey und sausen und brausen über die Schweizer hinweg, dann ist klar: Sex vor einem Spiel ist gut, gibt Energie, stachelt den Offensivdrang an und macht im Abschluss kaltblütig. Spielen die Finnen hingegen wieder berechnendes Buchhalter-Hockey, lassen viele Chancen aus oder sollten sie gar verlieren, dann wissen wir: Sex vor dem Spiel kostet Energie. Enthaltsamkeit ist die bessere Spielvorbereitung.

Die Sexfrage gibt es übrigens auch in anderen Sportarten immer wieder. Am intensivsten wird sie im Motorradrennsport diskutiert. Die Asphaltcowboys hausen ja im Fahrerlager in ihren luxuriösen Motorhomes und haben theoretisch Sex-Gelegenheit bis kurz vor dem Rennen. Einer der wenigen, der über dieses Reizthema kürzlich öffentlich geredet hat, ist der amerikanische MotoGP-Pilot Colin Edwards. In der Fachzeitschrift «Speedweek» erklärte er zum Thema, er habe immer geglaubt, Sex vor dem Rennen sei nicht gut für die Konzentration und deshalb habe er jahrelang darauf verzichtet. Dann habe er es einmal doch probiert und im Rennen sei es bestens gelaufen. Er habe sich dann geärgert, dass er jahrelang unnötigerweise auf Sex verzichtet habe.

Regeneration statt Sex bei der Schweiz

Die Schweizer bereiten sich weniger aufregend als die Finnen auf das Spiel vor: Am Montag war das Eistraining nur für die drei noch nicht gemeldeten Spieler (Thibaut Monnet, Michael Liniger und Torhüter Lukas Flüeler) obligatorisch. Für alle anderen galt: Regeneration nach den ersten zwei Partien (5:1 Kasachstan, 3:2 Weissrussland) und freiwilliges Training.

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