Butterboards trenden auf Tiktok – sind sie unhygienisch?

Butterboards sind ästhetische Apéroplättli mit nur einer Zutat: Butter. Sie wird verziert und künstlerisch verstrichen. 

Butterboards sind ästhetische Apéroplättli mit nur einer Zutat: Butter. Sie wird verziert und künstlerisch verstrichen. 

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Apéro-HypeSind Butterboards der unhygienischste Food-Trend des Jahres?

Noch nie wurde Butter so gehypt, wie beim aktuellen Butterboard-Trend. Aber ist es nicht irgendwie eklig, wenn mehrere Personen Brot in den Aufstrich tunken? Ein Experte schätzt ein.

von
Luise Faupel

Butterboards, also Apéroplättli mit darauf drapierter Butter, fluten aktuell Foodblogs und Social-Media-Kanäle. Sie sind so ästhetisch, dass es sogar eigens für den Trend erstellte Insta-Accounts, wie den Butter Boards Official, gibt.

Die wunderschön in Mustern verschmierten, mit essbaren Blüten oder Konfitüren verzierten, aufgeschlagenen Butterwölkchen sind zwar fast zu hübsch, um gegessen zu werden, sollen aber zum gemeinsamen Dippen unter Freundinnen und Freunden anregen. Tolle Sache oder tolle Gelegenheit für Bakterien? 

Hast du schon einmal ein Butterboard probiert?

Butterboards: eine Zutat, viele Möglichkeiten

Salzige Butter, mit Chiliflocken verfeinerte Butter, Butter mit roten Zwiebeln als Topping, Korianderhonig-Butter oder Butter mit liebevoll drüber geraspelter Zitronenschale – bei der Zubereitung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Je raffinierter, desto besser. 

Dazu passen frisch gebackenes Brot, Bagel oder kleine Pfannkuchen, aber das scheint fast schon nebensächlich. Viel grösser der Tumult darum, was mit Brot und Butter im Anschluss passiert.

«Das mit Butterboards muss aufhören»

Freundesgruppen können sich um das gemeinsam gestaltete Plättli versammeln, die Butter mit einem Messer vom Brett kratzen und auf Brotstücke streichen oder das Brot einfach direkt hineintunken. Nicht alle finden das gut. 

So schreibt etwa Twitter-Userin Meena Harris angewidert: «Das mit den Butter- und Erdnussbutterboards muss aufhören. Alles woran ich denken kann, sind Staub und Haare». Andere lässt der Gedanke an Brotkrümel, die nach kurzer Zeit in der mit Blüten verzierten Butter stecken, erschaudern.

Noch schlimmer: «Double Dipping», das nochmalige Dippen eines Brotstücks, von dem bereits abgebissen wurde und an dem nun Speichel haftet. Oder schlicht ungewaschene Hände. Experte Darin Detwiler, Professor und Autor des Buches «Lebensmittelsicherheit: Vergangenheit, Gegenwart und Prognosen» hat das Ganze für «Huffpost» eingeschätzt.

Sind Butterboards Bakterienboards?

Detwiler hat ein paar Bedenken, wenn es um mehrere Menschen geht, die ein Milchprodukt berühren und essen. Er warnt Butterbrett-Lover vor «Kreuzkontaminationen durch viele Hände, die das Butterbrett verunreinigen» und «Milchprodukte, die zu lange nicht gekühlt wurden – kalte Lebensmittel sollten kalt gehalten werden». 

So wurden Butterboards berühmt

Doch es geht Detwiler nicht nur um das, womit das Holzbrett befüllt ist, sondern auch um das Holzbrett selbst: «Man sollte beachten, dass sich ein Holzbrett nicht so einfach reinigen lässt. Schuld daran sind Mikrorisse und Messereinschnitte, in denen sich Krankheitserreger, wie E.coli, Listerien, und Salmonellen sammeln können», erklärt der Professor. Er bezeichnet das Butterboard als kontaminierte Oberfläche, die krank machen kann.

Ist diese Aufruhr berechtigt? Wir Schweizerinnen und Schweizer teilen schliesslich regelmässig Apéroplättli mit unseren Kolleginnen und Kollegen im Büro oder mit Familienmitgliedern im Restaurant – selten hört man von anschliessenden Krankheiten. 

Hygiene-Tipps fürs Butterboard

Das Risiko, nach Verwendung eines Butterbretts zu erkranken, erscheint auch anderen relativ gering: «Das Butterboard ist nichts, was es auf meine Top-20-Liste der riskanten Dinge schaffen würde», sagt Benjamin Chapman, Spezialist für Lebensmittelsicherheit, gegenüber der «New York Times».

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