Fremdartiges Leben: Sind die Aliens mitten unter uns?
Aktualisiert

Fremdartiges LebenSind die Aliens mitten unter uns?

Wenn es um die Suche nach fremden Lebensformen geht, richten wir den Blick reflexartig ins Weltall. Dabei könnten wir unseren Planeten mit fremdem Leben teilen, ohne es zu wissen.

Der britische Kosmologe Paul Davies kennt sich aus mit Aliens: Seit 2005 ist der Physiker Leiter jener internationalen Arbeitsgruppe, die sich Gedanken darüber macht, was die Menschheit tun soll, wenn das bekannte SETI-Projekt tatsächlich Signale ausserirdischer Wesen auffangen sollte.

«Vor unserer Nase, oder sogar in unserer Nase»

Davies, der als Professor an der Arizona State University das Forschungszentrum «Beyond» begründet hat, das sich mit Fragen nach Ursprung von Weltall und Leben befasst, richtet sein Augenmerk bei der Suche nach fremdartigen Lebensformen nicht nur in die Tiefen des Weltalls. Er hält, wie die britische Zeitung Daily Mail berichtet, den Gedanken für «vollkommen vernünftig», dass wir unseren Planeten mit einer Lebensform teilen, die sich von allem unterscheidet, was wir kennen. Dieses «Leben, aber nicht so, wie wir es kennen», könnte an extrem unwirtlichen Orten unserer Erde zu finden sein: In den Heisswasserstrudeln, die von unterseeischen Vulkanen aufsteigen, in giftigen Seen, in denen keine bekannte Bakterie überlebt, oder — in uns selbst. Davies meint: «Es könnte direkt vor unserer Nase sein, oder sogar in unserer Nase. Es könnte auch sein, dass sich "fremdes" und "richtiges" Leben vermischt haben.»

«Das wäre die grösste Sensation seit Darwin»

Leben könnte sich auf der Erde, so erklärt Davies, mehrmals entwickelt haben; ähnlich wie die Fähigkeit des Fliegens mehrfach in der Evolution «erfunden» wurde. Solches anderes, «fremdes» Leben könnte dann durch Naturkatastrophen oder andere Einflüsse wieder verschwunden sein — oder auch nicht. Überlebende Organismen könnten so durchaus noch neben — oder in — uns diesen Planeten bevölkern. Davies ruft daher die Wissenschaft zu einer «Mission to Earth» auf. Wenn jemand solches andersartiges Leben entdeckte, meint Davies, wäre das «die grösste Sensation in der Biologie seit Darwin».

Sicher ist: Alles bisher bekannte Leben ist auf einen gemeinsamen Ursprung zurückzuführen; wir sind alle miteinander verwandt. Andersartiges Leben könnte jedoch bisher unentdeckt geblieben sein, weil unsere Technik der Biochemie des bekannten Lebens angepasst ist. So basiert alles heutige Leben auf Kohlenstoff; denkbar wäre aber auch beispielsweise siliziumbasiertes Leben. Wie auch immer dieses hypothetische, fremdartige Leben beschaffen wäre, sicher ist, dass es aus sehr kleinen Entitäten bestehen würde; grössere Strukturen wären uns mit Sicherheit nicht entgangen.

Die Wissenschaftlerin Jill Tarter vom SETI-Projekt (Search for Extra-Terrestrial Intelligence) unterstützt Davies' Aufruf zur Suche nach fremdartigem Leben hier auf der Erde. Sie findet es laut «Daily Mail» wichtig, dass die Leute vermehrt an Astrobiologie und mögliche andere Lebensformen auf der Erde denken: «Wenn wir dies tun, dann erweitert das unseren Horizont, es ändert unseren Standpunkt und es trivialisiert die Unterschiede zwischen den Menschen.»

(dhr)

Akronym für Search for Extraterrestrial Intelligence (Suche nach ausserirdischer Intelligenz)

Ziel des Instituts ist das Erforschen, Verstehen und Erklären des Ursprungs der Natur und des Lebens im Universum. Es wurde 1984 als privates gemeinnütziges Unternehmen gegründet und wird von einer Vielzahl Sponsoren unterstützt. Die permanente Himmelsbeobachtung erfolgt vornehmlich durch Radioteleskope; die Radiowellen aus dem All werden auf auffällige Muster abgehört.

(Quelle: Wikipedia.org)

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