Aktualisiert 11.02.2013 17:02

Gähn-Ligen Europas

Sind die Bayern und Co. zu gut?

Bayern, Barcelona, Manchester United, PSG oder Juventus: Was diese Teams bisher leisten, lässt jedes Fussballherz höher schlagen. Doch die Dominanz hat auch einen grossen Nachteil.

von
fox

Es gibt normalerweise nichts Spannenderes, als die Frage nach dem Meister in Europas Top-Ligen. Die besten Fussballer kämpfen in England, Spanien oder Deutschland um den Pokal. In der Schweiz wurden wir zuletzt oft mit einer «Finalissima» belohnt - dem ultimativen Kick für Spieler und Zuschauer.

Doch in dieser Saison scheint es, dass in den grossen Ligen der Mist früh geführt wird. Überall scheinen die Favoriten schon zu weit entrückt zu sein. Denn es war schon wieder ein Wochenende für die Überflieger. Während Manchester United, Bayern München, Paris St-Germain, Juventus und Barcelona alle – teilweise überragend – siegten, patzten die Verfolger reihenweise.

In England taucht Manchester City gegen Southampton, in Frankreich verliert Lyon, in Spanien Atlético Madrid, in Deutschland Dortmund. Italiens erster Verfolger Napoli kommt zudem – genauso wie Leverkusen in Deutschland – nicht über ein Remis hinaus. Damit ziehen die Leader noch weiter weg. Es scheint fast, als würde die Konkurrenz nur noch Spalier stehen.

Bayerns erdrückende Dominanz

Drei Entscheidungen dürften schon knapp nach der Hälfte der Saison gefallen sein. Bayern führt mit 15 Punkten Vorsprung in Deutschland, Barcelona und Manchester United je mit 12 Zählern. Bei diesen drei Teams geht es eigentlich nur noch um Punkte- oder Torrekorde. Dass sie noch abgefangen werden, wäre etwa so, wie wenn Carlo Janka in dieser Saison im Riesenslalom einen Zweisekunden-Rückstand auf Ted Ligety im zweiten Lauf noch wett machen würde. Eklatant ist die Überlegenheit derzeit bei Bayern München: 11:0 Tore in den bisherigen vier Liga-Spielen 2013 und nach 21. Spieltagen erst sieben (!) Gegentore.

In Frankreich zweifelt aufgrund der finanziellen Power und dem starken Kader auch niemand mehr am dritten Meistertitel des PSG nach 1986 und 1994. In Italien dominiert Juventus mit dem besten Angriff und der besten Verteidigung. Was soll da bei einem Polster von fünf Zählern noch schief gehen? Zudem ist es in allen Ligen nicht so wie in der Schweiz, wo mit GC ein Überraschungsteam trotz vier Punkten Vorsprung den Atem von Krösus Basel im Nacken spürt.

Endlich geht die Champions League weiter

Gut, dass die Langeweile ab dieser Woche ein Ende hat. Denn am Dienstag stehen die Hinspiele der Champions-League-Achtelfinals auf dem Programm. Mit Manchester United gegen Real Madrid, Arsenal gegen Bayern München und AC Milan gegen Barcelona stehen sogar drei richtige Knüller-Duelle auf dem Programm. Über die Dauer einer Meisterschaft scheinen die Leader der fünf grossen Ligen nicht zu stoppen, aber in zwei Partien kann alles passieren.

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