Sind die Swissair-Bosse fein raus?
Aktualisiert

Sind die Swissair-Bosse fein raus?

Das Bezirksgericht Bülach (ZH) hat die Anklage gegen insgesamt 19 Personen im Zusammenhang mit der Swissair-Pleite vom Oktober 2001 als teilweise mangelhaft zurückgewiesen.

Nach Auffassung des Bezirksgerichts mangelt es der Ende März eingereichten Anklage gegen 16 ehemalige Verantwortliche der Luftverkehrsholding SAirGroup sowie drei weitere Personen in mehreren Punkten an der notwendigen Präzision und Konkretisierung bei der Umschreibung des Sachverhalts und des vorgeworfenen Tatverhaltens, wie das Gericht in Bülach mitteilte. Deshalb wurden von der für Wirtschaftsdelikte zuständigen Staatsanwaltschaft III für den Kanton Zürich zwar Verbesserungen an der Anklageschrift, aber keine Ergänzungen der Untersuchung verlangt. Von der Staatsanwaltschaft lag vorerst keine Stellungnahme vor.

Gemäss dem so genannten Anklageprinzip müsse der vorgeworfene Sachverhalt in der Anklageschrift so umschrieben sein, dass der Angeklagte und das Gericht zweifelsfrei ersehen könnten, was Gegenstand der Anklage sei und was dem Angeklagten konkret vorgeworfen werde, teilte das Gericht mit. Halte die Anklageschrift dieses Prinzip nicht ein, dürfe das Gericht im Prozess nicht über Schuld oder Unschuld eines Angeklagten urteilen. Welche Anklagepunkte bemängelt wurden, gab das Gericht unter Verweis auf das Amtsgeheimnis nicht bekannt.

Das Bezirksgericht Bülach geht gemäss Mitteilung davon aus, dass die Staatsanwaltschaft die korrigierte Anklageschrift innert weniger Wochen wieder einreicht. In jenen Anklagepunkten, die keine Mängel aufweisen, setzt das Bezirksgericht Bülach die Prozessvorbereitungen fort, um eine Verzögerung des Verfahrens zu vermeiden. Der allfällige Prozessbeginn wird zwischen Mitte Januar und Mitte März nächsten Jahres erwartet.

Die Anklageschrift enthält gegenüber den Angeklagten - darunter der gesamte frühere Verwaltungsrat samt Präsident und Konzernchef Eric Honegger und dessen Nachfolger Mario Corti sowie Ex-Konzernchef Philippe Bruggisser und Ex-Finanzchef Georges Schorderet - Vorwürfe wegen Gläubigerschädigung, ungetreuer Geschäftsführung, Misswirtschaft, Urkundenfälschung, unwahrer Angaben über kaufmännische Gewerbe und Gläubigerbevorzugung. Die Akten umfassen rund 4.150 Bundesordner. Bis zum gesetzlichen Nachweis einer Schuld sind alle Angeklagten unschuldig, wie es in der Mitteilung heisst. (dapd)

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