Einfach gut essen: Sind Frucht-Smoothies für die Leber ungesund?
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Einfach gut essenSind Frucht-Smoothies für die Leber ungesund?

Smoothies sind reich an Fruchtzucker. Zu viel Obst belastet die Leber. Wie gesund sind Smoothies, fragt Leserin Isabelle.

von
Diana Studerus
Die tägliche Portion Früchte als Smoothie? Zu viel Obst könne zu einer Fettleber führen, wie gewisse Experten warnen.

Die tägliche Portion Früchte als Smoothie? Zu viel Obst könne zu einer Fettleber führen, wie gewisse Experten warnen.

Melpomenem

Hallo Diana

In einem Smoothie kommen viel Obst und Gemüse in einem Rutsch runter. Auch eine clevere Idee, aus viel Obst wenig Arbeit zu machen. Aber wie findet das die Leber? Ist es wirklich so gesund, wenn da in so kurzer Zeit so viel Nährstoffe durchgehen? Ohne Smoothie würde man ja niemals so viel und so Verschiedenes aufs Mal essen.

Isabelle (26)

Liebe Isabelle

Danke für deine spannende Frage. Du sprichst da etwas an, worüber wenig wissenschaftliche Daten zur Verfügung stehen. Smoothie-Studien sind eher selten. Wir haben aber Hinweise aus anderen Studien, die wir zur Beantwortung verwenden können. Fangen wir mal beim Fruchtzucker an. Hier wissen wir, dass grössere Mengen Fruchtzucker aus Getränken – und die haben wir ja im Smoothie drin – mit einer Verfettung der Leber einhergehen. Hier scheint der Fruchtzucker mehr zu Fettbildung beizutragen als beispielsweise normaler Haushaltszucker.

Die anderen Nährstoffe aus Smoothies sind vor allem Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Fangen wir mit Letzeren an: Spurenelemente aus Obst und Gemüse sind nicht so gut verfügbar wie aus tierischen Lebensmitteln, sodass wir davon ausgehen müssen, dass wir einen Grossteil davon gar nicht aufnehmen. Das heisst, ein Lebensmittel enthält zwar viel Eisen, aber die Aufnahme in den Körper ist aus unterschiedlichen Gründen reduziert. Entscheidend ist also nicht der gemessene Wert, sondern das, was wirklich ankommt.

Gleiches gilt auch für manche Mineralstoffe wie Magnesium, das wir vor allem in Green Smoothies finden. Je grüner das Lebensmittel, desto mehr Magnesium – mit der Ausnahme von Gummibärchen, natürlich. Ich denke darum, dass die Aufnahme dieser Nähstoffe in einem Smoothie nicht mehr oder weniger ist als bei einem Salatteller oder einer Gemüsesuppe.

Bei den Vitaminen sieht es anders aus, denn diese sind aus Smoothies recht gut verfügbar und werden auch aufgenommen. Hier sind aber die Mengen auch geringer als beispielsweise bei einem Rührei oder einer anderen Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder Käse. Proteinreiche Lebensmittel haben eine viel höhere Vitamindichte als Gemüse und Früchte. Es mag da im Pflanzenreich Ausreisser geben, aber die lassen wir hier mal aussen vor.

Kurzum, ein Smoothie «stresst» die Leber vielleicht aufgrund des Fruchtzuckergehalts, aber die anderen Inhaltsstoffe kommen in eher «üblichen» oder sogar geringeren Mengen vor.

Ich hoffe, meine Frage hilft dir weiter.

Alles Gute wünscht dir

Diana

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Diana Studerus hat an der Berner Fachhochschule Ernährung und Diätetik studiert. Mit Ihrer Firma Food on Record berät sie zum Thema Ernährung. Was ihr besonders daran gefällt: Den Status quo infrage zu stellen und damit Möglichkeiten zu eröffnen, die Ernährung individuell, genussvoll und nachhaltig zu gestalten.

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