#sosehengameraus: Sind Gamer wirklich fett und hässlich?
Publiziert

#sosehengamerausSind Gamer wirklich fett und hässlich?

Um mit gängigen Klischees aufzuräumen, hat eine Professorin eine Twitter-Kampagne lanciert. Gamer sind aufgefordert, Bilder von sich zu posten.

von
Ill-FiL
Eine Twitter-Kampagne will mit dem Vorurteil aufräumen, Gamer seien unattraktiv, erfolglos und unsportlich.

Eine Twitter-Kampagne will mit dem Vorurteil aufräumen, Gamer seien unattraktiv, erfolglos und unsportlich.

Ich dachte eigentlich, Gaming sei spätestens seit Wii-Zeiten salonfähig und längst in der breiten Masse der nach Unterhaltung lechzenden Gesellschaft angekommen. Zur Erinnerung: Die Wii-Konsole von Nintendo erschien Ende 2006. Das ist mittlerweile fast neun Jahre her. Da seither Menschen aller Altersgruppen daddeln, war ich der Meinung, dass das Klischee, Gamer seien unsportlich, unhygienisch und unattraktiv, schon längst vom Tisch sei.

Weit gefehlt, wie mich ein neuer Trend auf Twitter eines Besseren belehrt. Anscheinend haben Gamer auch noch im Jahr 2015 mit den bekannten, altbackenen Vorurteilen zu kämpfen. Anders ist die von Linda Breitlauch lancierte Twitter-Kampagne #sosehengameraus wohl kaum zu interpretieren. Die Professorin von der Hochschule Trier lehrt Game Design und ruft Zocker über das soziale Netzwerk auf, Fotos von sich zu posten, um ein für allemal zu beweisen, dass Gamer nicht nur vollständig in die Gesellschaft integriert, sondern durchaus auch schön anzusehen sind.

Breitlauchs Kampagne hat sich innert weniger Tage zu einem echten Twitter-Trend gemausert. Zahlreiche Gamer sind dem Aufruf gefolgt und haben Fotos von sich gepostet.

Froh darüber, dass Gamer zumindest auf Twitter als ganz normale Menschen betrachtet werden, sind auch ranghohe Vertreter aus der Game-Branche.

Die geposteten Bilder zeigen auf jeden Fall eins: Heutige Gamer respektive Gamerinnen unterscheiden sich optisch nicht von anderen Menschen.

Einige der Zwitschernden nutzen den Trend nicht nur, um der Welt hübsche Gamer(innen) zu zeigen. Diese Spielerin etwa prangert gleich auch noch die neuen Nutzungsbedingungen der Streamingplattfom Twitch in ihrem Tweet an. Diese besagen nämlich, dass Nutzer sich nicht mehr allzu freizügig beim Daddeln ablichten dürfen.

#sosehengameraus hat mir die Augen geöffnet. Nicht, was das Aussehen von Gamern betrifft. Vielmehr scheinen sich Menschen, die sich regelmässig mit Computer- und Videogames beschäftigen, nach wie vor von der Gesellschaft stigmatisiert zu fühlen. Anders kann man die Flut von Fotos, die unter genanntem Hashtag gepostet werden, eigentlich nicht deuten.

Womit sich mir eine Frage aufdrängt: Ist es noch immer die (nicht daddelnde) Gesellschaft, die mit den Gamer-Klischees nicht aufräumt, oder sind es am Ende gar die Spieler selber, welche die Vorurteile nicht aus ihren Köpfen kriegen und sich deshalb selber beweisen müssen, wie normal sie alle sind?

Was ist Ihre Meinung zum Thema? Diskutieren Sie mit.

Deine Meinung