Bunker in Kandersteg: Sind hier Tonnen von Gold versteckt?
Aktualisiert

Bunker in KanderstegSind hier Tonnen von Gold versteckt?

Wo ist das Gold der Schweizerischen Nationalbank gelagert? Die «Solothurner Zeitung» kennt offenbar die Antwort auf diese Frage: im Berner Oberland.

von
Benjamin Lauener
1 / 4
Laut der «Solothurner Zeitung» werden Teile der Schweizer Goldreserven in diesem Bunker bei Kandersteg gelagert.

Laut der «Solothurner Zeitung» werden Teile der Schweizer Goldreserven in diesem Bunker bei Kandersteg gelagert.

Keystone/Alessandro Della Valle
Vor dreissig Jahren habe die Schweizerische Nationalbank die Gunst der Stunde genutzt und gleich beim Bundesratsbunker eine geheime Schatzkammer realisiert.

Vor dreissig Jahren habe die Schweizerische Nationalbank die Gunst der Stunde genutzt und gleich beim Bundesratsbunker eine geheime Schatzkammer realisiert.

Google Maps
Laut Bilanz verfügt die SNB momentan über 1040 Tonnen Gold. Davon sollen 70 Prozent, also etwas über 700 Tonnen in der Schweiz lagern.

Laut Bilanz verfügt die SNB momentan über 1040 Tonnen Gold. Davon sollen 70 Prozent, also etwas über 700 Tonnen in der Schweiz lagern.

Keystone/str

Goldbarren im Wert von mehreren Milliarden lägen unter dem Bundesplatz in Bern; so lautet die Legende. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bestätigt lediglich, dass einige Goldmünzen unter dem Platz vor dem Bundeshaus liegen. Wo also hortet die SNB den Rest der ungefähr 700 Tonnen Gold, die das Finanzinstitut angeblich in der Schweiz aufbewahrt? Die «Solothurner Zeitung» berichtet am Montag davon, dass Teile der milliardenschweren Goldreserven in einem Bunker in Kandersteg BE liegen.

«Viel auffälliger könnten sie es nicht machen»

Die Zeitung stützt ihren Artikel unter anderem auf Aussagen aus der Bevölkerung. Konvois bestehend aus einem Panzerlastwagen sowie Truppentransportern der Armee hätten mehrmals pro Jahr das Dorf im Berner Oberland durchquert. «Viel auffälliger könnten sie es nicht machen», sagt ein Einwohner der Oberländer Gemeinde gegenüber der Zeitung, «sie fahren mit Blaulicht.» Und der Inhalt sei jedem bekannt: «Das Gold der Nationalbank wird oben in der Eggeschwand ins Loch gebracht.» Das «Loch» ist der Eingang zum Stollen.

Dass es überhaupt einen solchen Stollen gibt, ist indirekt der Landesregierung zu verdanken. Als der Bundesrat vor rund dreissig Jahren einen erdbeben- und atombombensicheren Bunker bauen liess, ergriff die SNB die Möglichkeit und realisierte gleich nebenan eine Schatzkammer – angeblich, um Edelmetall zu bunkern.

«Lagerstandorte der Goldreserven werden nicht bekannt gegeben»

Und der Geheimbunker ist nicht von schlechten Eltern: Er ist so lang wie ein mittleres Fabrikgebäude und so hoch wie zwei Stockwerke. So könnte er 6000 Tonnen Gold fassen. Ungefährer Wert dieser Menge Edelmetall beim derzeitigen Goldpreis: rund 240 Milliarden Franken. Laut ihrer Bilanz verfügt die SNB momentan über 1040 Tonnen Gold. Davon sollen 70 Prozent, also etwas über 700 Tonnen in der Schweiz lagern.

Gegenüber der «Solothurner Zeitung» will sich die SNB nicht äussern: «Wie andere Zentralbanken gibt auch die SNB die Lagerstandorte der Goldreserven nicht bekannt. Aus Sicherheitsüberlegungen werden diese vertraulich behandelt und Fragen im Zusammenhang mit der Logistik nicht kommentiert.»

Deine Meinung