CWS greift Dyson an: Sind Lufttrockner im WC Bakterien-Schleudern?
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CWS greift Dyson anSind Lufttrockner im WC Bakterien-Schleudern?

Was ist hygienischer: Händetrocknen mit Tuch oder mit Luftstrom-Bläser? Darüber streiten sich WC-Ausstatter. Die Textilfraktion präsentiert eine Studie, in der sie besser wegkommt.

von
lüs

Der Luftstrom-Trockner von Dyson ist in immer mehr Toiletten in der Schweiz zu finden. Der Siegeszug dieses Produkts ärgert jene Anbieter, die andere Lösungen anpreisen - vornehmlich die Hersteller von Tuchspendern für das Händetrocknen nach dem WC-Gang.

Jetzt versuchen Vertreter dieser Branche, den Erfolg von Dyson mit wissenschaftlichen Argumenten zu stoppen. Die Firma CWS-boco Suisse SA präsentierte am Mittwoch eine Studie der Universität Helsinki, bei der die von ihr hergestellte Stoffrolle am besten abschnitt, während der Dyson Airblade sehr schlecht wegkommt.

Trocknen sollte Bakterienzahl ums Tausendfache verringern

Die finnischen Wissenschaftler hatten die verschiedenen Methoden, Hände zu trocken - also die Verwendung von Stoff- und Papierhandtuchspendern, Warmluft- und Luftstrom-Händetrocknern - darauf getestet, wie gut sie die EU-Norm für hygienisches Händewaschen erfüllen. Diese schreibt vor, dass sich nach dem Trocknen tausendmal weniger Bakterien auf den Händen befinden müssen als davor.

Die Studie ergab, dass das Trocknen mit Stoff- und Papierhandtüchern die Zahl der Bakterien noch deutlicher verringerte, als es die EU-Norm verlangt. Die höchste Bakterienzahl wies dagegen der Luftstrom-Trockner auf, zudem wurde auf dem Boden des Gerätseine hohe Konzentration von E.coli-Bakterien festgestellt. Gestestet hatten die Wissenschaftler dabei einen Dyson Airblade.

Dyson bezeichnet Studie als unglaubwürdig

Bei Dyson wehrt man sich. Auf Anfrage der «Aargauer Zeitung» teilt das britische Unternehmen mit: «Der Helsinki-Studie mangelt es an Glaubwürdigkeit, da sie nicht extern überprüft wurde.» Tatsächlich wurde die Studie zwar vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Uni Helsinki durchgeführt, in Auftrag gegeben, finanziert wurde sie aber von der European Textile Services Assocation - also genau jenem europäischen Branchenverband, dessen Mitglieder vom Verkauf von Handtuchrollen leben.

Ein gravierender Mangel der Studie ist laut Dyson, dass die Studie mit Händen durchgeführt worden sei, die vor dem Trocknen gar nicht gewaschen worden waren. Dies entspreche nicht der Wirklichkeit. Zudem verfügt der Airblade gemäss Dyson über einen Filter, der 99,9 Prozent der Bakterien aus der Luft entferne, in der die Hände getrocknet würden.

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