Einbruch in Hinwiler Kindergarten: «Sind meine Kinder überhaupt noch sicher?»
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Einbruch in Hinwiler Kindergarten«Sind meine Kinder überhaupt noch sicher?»

Unbekannte sind in einen Kindergarten in Hinwil eingebrochen. Dieser geriet schon einmal in die Schlagzeilen.

von
Jennifer Furer
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Weil Jugendliche auf dem Spielplatz eines Kindergartens in Hinwil wüten, forderten Eltern die Gemeinde zum Handeln auf.

Weil Jugendliche auf dem Spielplatz eines Kindergartens in Hinwil wüten, forderten Eltern die Gemeinde zum Handeln auf.

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Eine Mutter hat zweimal beobachtet, wie Jugendliche in den Sandkasten des Kindergarten-Spielplatzes gepinkelt hätten.

Eine Mutter hat zweimal beobachtet, wie Jugendliche in den Sandkasten des Kindergarten-Spielplatzes gepinkelt hätten.

20 Minuten/lar
Als die Mutter die jungen Männer darauf angesprochen habe, seien ihr Worte wie «Verreis» oder «Halt die Fresse» entgegengeschmettert worden.

Als die Mutter die jungen Männer darauf angesprochen habe, seien ihr Worte wie «Verreis» oder «Halt die Fresse» entgegengeschmettert worden.

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Es sind Bilder und Schilderungen, die man nicht in Verbindung mit einem Kindergarten bringen möchte: Seit geraumer Zeit wüten Jugendliche in Hinwil auf dem Gelände des Kindergarten Fröschlezzen, hinterlassen Drogen, Spritzen, Kondome und zerschnittene Dosen. «Ich habe Jugendliche zweimal dabei erwischt, wie sie in den Sandkasten gepinkelt haben», sagte eine Mutter Mitte September zu 20 Minuten.

Nach dem Bericht entspannte sich die Situation, wie eine Mutter sagt. «Dann wurde es aber noch schlimmer als zuvor.» Die vorwiegend jungen Männer hätten sich zunehmend wieder beim Kindergarten versammelt und ihren Unrat dort liegen gelassen. Dabei blieb es aber nicht.

Kamera installiert

«Sie haben eine weitere Grenze überschritten und Sachen demoliert», so die Mutter, die aus Angst vor Racheakten der Jugendlichen anonym bleiben möchte. Vergangene Woche sei gar in den Kindergarten eingebrochen worden. «Zuvor haben die Täter aus einem nahe gelegenen Garten Werkzeug entwendet», sagt die Mutter weiter. Ob die Jugendlichen dafür verantwortlich sind, ist unklar.

Für viele Eltern sei die Situation unhaltbar. «Einige lassen ihre Kinder nicht mehr beim Kindergarten spielen», sagt die Mutter. Auch sie frage sich: «Sind meine Kinder noch sicher?» Denn es würden immer mehr Grenzen überschritten. «Man macht sich schon Sorgen, was noch alles passieren wird.»

Betretverbotes ab 22 Uhr

Die Gemeinde Hinwil habe in der Zwischenzeit zwar Massnahmen ergriffen. «Sie haben den Sandkasten ersetzt und eine Kamera im vorderen Bereich des Kindergartens installiert. Diese deckt den hinteren Bereich aber nicht ab», sagt die Mutter. Für sie nicht genug: «Das ist Symptom- aber keinesfalls Ursachenbekämpfung.» Sie fordert, dass die Gemeinde nun endlich die Problematik mit dem Aufenthalt der Jugendlichen beim Kindergarten angeht.

Monika Gnepf, Präsidentin der Schulpflege, sagt, dass die Schulpflege mit der Politischen Gemeinde betreffend aufsuchender Jugendarbeit an der Arbeit sei. «Ein erster Entwurf liegt bereits vor.» Ebenso werde die Einführung eines richterlichen Betretverbotes ab 22 Uhr auf einzelnen Anlagen der Schule geprüft.

Zudem patrouilliere die Kantonspolizei regelmässig an den ihnen bekannten Orten. «Selbstverständlich resultieren daraus auch Sanktionen oder Verzeigungen», so Gnepf.

Gespräch mit Jugendlichen

Die Kantonspolizei Zürich bestätigt einen Einbruch in den Kindergarten Fröschlezzen. «Die Abklärungen und Ermittlungen sind noch im Gang, aufgrund dessen keine Details kommuniziert werden können», sagt Sprecher Florian Frei. Aktuell könne die Kantonspolizei Zürich keinen Zusammenhang zwischen dem Einbruch und den Jugendlichen ausmachen.

Die Kantonspolizei Zürich habe Kenntnis von Jugendlichen, welche sich beim genannten Kindergarten aufhalten. «Beim Polizeiposten Hinwil gingen aus der Nachbarschaft des Kindergartens Meldungen ein», sagt Frei. Die Kantonspolizei Zürich kontrolliere die Örtlichkeit vermehrt, suche das Gespräch mit den Jugendlichen vor Ort und weise diese darauf hin, beim Verlassen des Kindergartenareals für Ordnung zu sorgen.

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