Katar 2022: Nati-Materialwart Roger Kaspar packt aus

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Roger Kaspar«Sind mit fünf Tonnen Gepäck an die WM gereist» – Nati-Materialwart packt aus

Er ist bei der Schweizer Nationalmannschaft für die Ausrüstung der Spieler und das gesamte Material zuständig. Im Interview mit 20 Minuten spricht er über seine Arbeit mit der Nati. 

von
Lucas Werder
(aus Doha)
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Hier zu sehen: Roger Kaspar neben Xherdan Shaqiri und Haris Seferovic. 

Hier zu sehen: Roger Kaspar neben Xherdan Shaqiri und Haris Seferovic. 

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Im Interview mit 20 Minuten sagt er: «Ich bin ein extremer Sicherheitsmensch. Ich habe immer einen Plan A, B und C.»

Im Interview mit 20 Minuten sagt er: «Ich bin ein extremer Sicherheitsmensch. Ich habe immer einen Plan A, B und C.»

Daniela Frutiger/freshfocus
Auch spricht er über die Nati-Spieler und deren Extrawünsche. 

Auch spricht er über die Nati-Spieler und deren Extrawünsche. 

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Darum gehts

  • Die Schweizer Nati weilt derzeit in Katar bei der Weltmeisterschaft. 

  • Mit dabei ist auch Materialwart Roger Kaspar.

  • Im Interview mit 20 Minuten spricht er über die Planung und Extrawünsche der Spieler. 

Roger Kaspar, die Sicherheitsmassnahmen hier in Katar sind rund um die WM-Stadien und Traininsgelände sehr hoch. Für Sie als Materialwart müssen die Kontrollen ja der reinste Horror sein?

Ja, am Anfang war das tatsächlich etwas mühsam. Mittlerweile hat es sich aber ganz gut eingependelt.

Mit wie viel Material ist die Nati an die WM gereist?

Ich würde schätzen rund 110 Kisten und Gepäckstücke an Trainingsmaterial und Ausrüstung. Dazu kommen dann noch die privaten Koffer. Alles in allem dürften es knapp fünf Tonnen Material sein.

Rechnen Sie doch kurz vor: Was kommt ungefähr an Ausrüstung pro Spieler zusammen?

Für jeden Spieler habe ich zwei Trainingssets mit Werbung und ein Set ohne Werbung. Das, weil die Fifa am Tag vor dem Spiel und am Spieltag selber keine Sponsorenaufdrucke erlaubt. Dann kommen natürlich noch die Matchtrikots dazu, von denen jeder Spieler zwei pro Partie zur Verfügung hat.

Zwei Trikots pro Spiel, das macht bis zum Final 14 Trikots pro Spieler. Haben Sie so viel eingepackt?

Nein, ich handhabe es so wie an der EM. Die Trikots für die Gruppenphase hatte ich bereits dabei, sie mussten aber teilweise noch fertig bedruckt werden. Für ein mögliches Achtelfinal habe ich jeweils Heim- und Auswärtstrikot dabei.

Das ist Roger Kaspar

Und wenn es die Nati in den Viertelfinal schafft?

Dann könnte ich in der Schweiz bei Ausrüster Puma einfach nachbestellen. Das reicht problemlos, damit diese hier rechtzeitig eintreffen.

Warum haben Sie die Trikots für die Gruppenphase erst in Katar fertig bedruckt? Das wirkt doch etwas unvorbereitet.

Ganz einfach: Ich bin nicht gerne verschwenderisch. Plötzlich fällt ein Spieler aus und man muss umplanen. Darum bin ich eher vorsichtig. Habe eine Schneideplatte und Druckpresse dabei und bin auf alles vorbereitet.

Haben Sie keine Angst, dass mal etwas schiefgeht?

Ich bin ein extremer Sicherheitsmensch. Ich habe immer einen Plan A, B und C. Wenn mal etwas schiefgeht, ist das dann kein Problem für mich. Ich liebe solche Herausforderungen.

Haben die Spieler heute mehr Extrawünsche als noch vor einigen Jahren?

Ich weiss von jedem Spieler, was er braucht und möchte. Das ist auch gut so. Die Spieler sollen sich in der Nati wohlfühlen. Es soll genau gleich sein wie im Club. In den letzten zweieinhalb Jahren ist hier bei der Nati vieles professioneller geworden.

Was meinen Sie damit genau?

Als ich noch bei GC gearbeitet habe, haben mich die U-Nationalspieler oft gefragt, ob ich ihnen nicht noch dies und jenes mitgeben könnte, da sie das so bei der Nati nicht hätten. Heute kenne ich beide Seiten und kann mich so perfekt den Bedürfnissen der Spieler anpassen.

Und wenn ein Spieler neu zur Nati kommt?

Da habe ich wieder den Vorteil, dass ich alle Materialverantwortlichen der Schweizer Clubs kenne. Wenn ich von Muri höre, dass ein Spieler erstmals aufgeboten wird, rufe ich schon mal beim Club an und frag nach Schuh- und Kleidergrössen.

Geben Sie den Spielern auch mal Tipps? Zum Beispiel, dass einer mal eine Schuhgrösse grösser probieren soll?

Grundsätzlich sind die Fussballschuhe ja persönliche Ausrüstung, welche die Spieler selber mitbringen. Aber klar, in sonstigen Materialfragen sind wir immer im Austausch, beispielsweise, wenn es um Thermoausrüstung geht. Das ist hier an der WM für einmal aber eher kein Thema. (lacht)

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