«Too nuclear too fail»: Sind Pakistans Atombomben sicher?
Aktualisiert

«Too nuclear too fail»Sind Pakistans Atombomben sicher?

Blödsinn oder Staatsgeheimnis? Die US-Politikerin Michele Bachmann sagte in einer TV-Debatte, Al Kaida habe Islamabads Atom-Anlagen angegriffen. Das Publikum rätselt.

von
phi

Glaubt man Michele Bachmann, hat Al Kaida mehrmals pakistanische Atomkraftwerke angegriffen. «Sechsmal wurde bereits versucht, in Kernkraftwerke einzubrechen», sagte die Abgeordnete aus Minnesota während einer TV-Debatte republikanischer Präsidentschaftskandidaten. «Das ist mehr als eine existenzielle Bedrohung. Wir müssen das sehr ernst nehmen.» Bisher war nicht bekannt gewesen, dass eine oder gar sechs der angeblich 15 pakistanischen Nuklear-Anlagen im Visier von Al Kaida waren.

Pakistan - «too nuclear too fail»?

Bachmann ist Mitglied des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses und könnte in dem Rede-Duell auf CNN also geheime Informationen preisgegeben haben. Andererseits ist die Abgeordnete schon mehrmals beim Übertreiben erwischt worden: So sagte sie Ende Oktober laut «Wall Street Journal», dass allein im Jahr 2011 59 000 illegale Einwanderer aus Jemen und Syrien in die USA gekommen seien. Tatsächlich stammten aus den beiden Staaten exakt 16 illegale Einwanderer.

Die Politikerin lieferte sich einen Schlagabtausch mit ihrem Konkurrenten Rick Perry. Als der texanische Senator eine Einstellung der US-Hilfszahlungen an Pakistan forderte, weil man dem Land nicht trauen könne, nannte die 55-Jährige den Parteigenossen «hochgradig naiv». Pakistan sei «too nuclear too fail». Sprich: Die Atommacht dürfe mit Blick auf Jihadisten nicht alleine gelassen werden. «Diese Waffen könnten ihren Weg nach Washington oder New York City finden», glaubt Bachman.

Bachman im Rededuell mit Rick Perry. Quelle: YouTube

Ein düsteres Zukunftsbild malte auch Newt Gingrich. Es gebe Leute, die «wenn sie könnten, nicht nur uns alle töten, sondern ganze Städte vernichten» würden, unkte der 68-Jährige, der von 1995 bis 1999 Sprecher des Repräsentantenhauses war. Die im «Patriot Act» niedergelegten Anti-Terror-Massnahmen müssten verschärft werden: «Wir sind für den Rest unseres Lebens in Gefahr.»

Die «New York Times» mochte nach dem TV-Duell keine echten Sieger erkennen. «Die republikanischen Präsidentschaftskandidaten haben bewiesen, dass ihre Partei ein Jahrzehnt nach den 9/11-Anschlägen keinerlei Vision für eine nationale Sicherheitspolitik hat und verschiedener Meinung darüber ist, was den Rückzug aus Afghanistan, Hilfe an Pakistan und illegale Einwanderer angeht.»

Reza Jan von der konservativen Denkfabrik «American Enterprise Institute» erklärt, wie der Hase in Pakistan läuft und was er die republikanischen Präsidentschaftskandidaten gefragt hätte. Quelle. YouTube

Herman Cain sorgt für Lacher, als er CNN-Moderator Wolf Blitzer versehentlich mit «Blitz» anredet. Quelle: YouTube

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