Studie liefert Hinweise - Sind Raucher und Risikopatienten nach der Impfung weniger gut geschützt?
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Studie liefert HinweiseSind Raucher und Risikopatienten nach der Impfung weniger gut geschützt?

Wer gegen Corona geimpft ist, geht davon aus, zwei Wochen nach dem zweiten Piks gut gegen Covid-19 geschützt zu sein. Doch offenbar entwickeln ausgerechnet jene weniger Antikörper, für die das Coronavirus besonders gefährlich ist.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Viele Menschen haben lange auf ihren Impftermin hingefiebert. 

Viele Menschen haben lange auf ihren Impftermin hingefiebert.

Arne Dedert/dpa/POOL/dpa
Doch nicht bei allen Menschen wirkt die Impfung gleich gut. (Im Bild: Impfzentrum Inselspital Bern)

Doch nicht bei allen Menschen wirkt die Impfung gleich gut. (Im Bild: Impfzentrum Inselspital Bern)

20min/Matthias Spicher
Davon berichtet nun auch das Team um Mikiko Watanabe von der Universität La Sapienza in Rom. Ihre Studie zeige, dass Übergewichtige, Raucher und Personen mit Bluthochdruck oder einer Stoffwechselstörung kurz nach der Impfung deutlich weniger neutralisierende Antikörper gegen Covid-19 aufweisen als andere Personen.

Davon berichtet nun auch das Team um Mikiko Watanabe von der Universität La Sapienza in Rom. Ihre Studie zeige, dass Übergewichtige, Raucher und Personen mit Bluthochdruck oder einer Stoffwechselstörung kurz nach der Impfung deutlich weniger neutralisierende Antikörper gegen Covid-19 aufweisen als andere Personen.

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Darum gehts

  • Laut italienischen Forschenden bilden Raucher und Personen aus der Risikogruppe nach der Covid-19-Impfung von Pfizer/Biontech weniger Antikörper als andere Menschen.

  • Was das genau bedeutet, ist noch unklar.

  • Möglicherweise müssen die Betroffenen schneller nachgeimpft werden.

  • Auch die Virus Watch Study deutet darauf hin, dass die Impfung nicht bei allen wirkt.

Die Impfung gegen Covid-19 wirkt nicht bei allen Menschen gleich: In der Regel sprechen ältere Menschen schlechter auf Impfstoffe an, weil ihr Immunsystem generell schlechter reagieren kann. Krebserkrankte und Personen mit immunologischen Erkrankungen bilden mitunter gar keine Antikörper, wie etwa der Fall von Facebook-Managerin Nicola Mendelsohn zeigt.

Auch bei Menschen, die im Hinblick auf das Coronavirus Sars-CoV-2 als Risikopatienten gelten, scheint die Antikörperantwort anders auszufallen. Das berichten italienische Forschende im Fachjournal «Diabetes Metabolism Research & Reviews». Demnach weisen Übergewichtige, Raucher und Personen mit Bluthochdruck oder einer Stoffwechselstörung kurz nach der Impfung deutlich weniger neutralisierende Antikörper gegen Covid-19 auf als andere Personen.

Risikogruppe bildet weniger Antikörper

Für die Studie hat das Team um Mikiko Watanabe, Endokrinologin und Stoffwechselexpertin an der Universität La Sapienza in Rom, das Blut von 86 Mitarbeitern aus dem Gesundheitswesen untersucht, die mit Comirnaty, dem Covid-19-Impfstoff von Pfizer/Biontech, geimpft wurden. Die entsprechenden Proben wurden einmal vor der ersten und einmal in den ersten vier Wochen nach der zweiten Dosis entnommen.

Ergebnis: Das Blut derjenigen Teilnehmer, die zu einer der oben genannten Risikogruppen gehören, wies weniger Antikörper gegen Sars-CoV-2 auf als das der anderen Probanden. Eine detaillierte Analyse zeigte zudem, dass ein höherer Taillenumfang, Rauchen, Bluthochdruck und eine längere Zeitspanne seit der zweiten Impfung mit niedrigeren Antikörpertitern (das Mass für die Anzahl bestimmter Antikörper im Blut) assoziiert waren, unabhängig von Body-Mass-Index, Alter und Geschlecht.

Bei diesen Personen wirkt die Impfung weniger gut

Auch in der sogenannten Virus Watch Study, einer Preprint-Studie, die noch nicht von externen Forschenden begutachtet wurde, haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Wirksamkeit von Impfstoffen beschäftigt, unter anderem dem Vakzin von Pfizer/Biontech. Darin wird Comirnaty eine gute Schutzwirkung bestätigt. Allerdings entfaltet sich die nicht bei allen Menschen: Wie Carsten Watzl, Leiter des Bereichs Immunologie am Leibnitz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund auf Twitter schreibt, wirkten sie bei Organ-Transplantierten, Patienten mit Leukämie, immunsuppressiver Krebstherapie, chronischer Nierenerkrankung und bei Einnahme von Kortison-Tabletten kaum. Auch bei Personen mit einer chronischen Erkrankung, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleibigkeit ist der Impfschutz reduziert.

Was bedeutet das für den Impfschutz?

Heisst das, dass Übergewichtige, Raucher und Personen mit Bluthochdruck oder einer Stoffwechselstörung weniger gut vor Sars-CoV-2 geschützt sind? Laut Studienleiterin Watanabe kann das zutreffen, muss es aber nicht: «Niedrigere Antikörpertiter bedeuten nicht unbedingt, dass der Schutz gegen Covid-19 beeinträchtigt ist.» Darum sei es notwendig, Folgestudien zu planen, um diesen Aspekt zu untersuchen. Möglicherweise bräuchten die betroffenen Personen eine frühere Impfauffrischung, um wie andere Geimpfte auch vor einem schweren Verlauf bewahrt zu werden. Aktuell untersucht die Expertin gemeinsam mit Kollegen, wie es um die T-Zellen der Übergewichtigen, Raucher und Personen mit Bluthochdruck oder einer Stoffwechselstörung gestellt ist.

«Sollten sich diese vorläufigen Daten bestätigen, muss man versuchen Wege zu finden, das Immunsystem zu stärken, damit diese Patienten besser auf den Impfstoff ansprechen», erklärt Watanabe. Die betroffenen Personengruppen nun nach der Impfung auf Antikörper zu testen, hält sie für keine gute Idee: «Die derzeit verfügbaren Antikörpertests sagen uns nur, ob jemand gar nicht ansprach, nicht aber, ob jemand weniger ansprach als andere.»

Jenen, die betroffen sein können, rät Watanabe, vorbeugend zu handeln: «Gewichtsabnahme, die Behandlung von Bluthochdruck und das Aufgeben des Rauchens können sinnvolle Interventionen vor der Impfung sein, um die Möglichkeit zu begrenzen, niedrigere Antikörpertiter zu entwickeln.»

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