07.02.2020 03:51

BernSind Sie mit suchtkranken Eltern aufgewachsen?

Vom 10. bis 16. Februar findet die Aktionswoche für Kinder von suchtkranken Eltern statt. Dort sollen auch Betroffene zu Wort kommen können.

von
miw
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Platzspitzbaby, der Schweizer Spielfilm nach Vorbild der gleichnamigen Autobiographie von Michelle Halbheer, führt derzeit die Schweizer Kinocharts an. Die Geschichte der elfjährigen Mia, die nach Beendigung der offenen Zürcher Drogenszenen im 1995 zusammen mit ihrer Mutter ins Zürcher Oberland zieht, bewegt.

Platzspitzbaby, der Schweizer Spielfilm nach Vorbild der gleichnamigen Autobiographie von Michelle Halbheer, führt derzeit die Schweizer Kinocharts an. Die Geschichte der elfjährigen Mia, die nach Beendigung der offenen Zürcher Drogenszenen im 1995 zusammen mit ihrer Mutter ins Zürcher Oberland zieht, bewegt.

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Auch heute gibt es nach wie vor ähnliche Geschichten. Schätzungsweise 100'000 Kinder in der Schweiz wachsen derzeit mit einem suchtkranken Elternteil auf – oft ist das Laster der Alkohol.

Auch heute gibt es nach wie vor ähnliche Geschichten. Schätzungsweise 100'000 Kinder in der Schweiz wachsen derzeit mit einem suchtkranken Elternteil auf – oft ist das Laster der Alkohol.

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Vom 10. bis 16. Februar findet im Berner Kulturzentrum Progr so die Ausstellung «Sucht – ein ungebetener Gast» statt. Mit dieser Aktionswoche in Bern will man vor allem eines: Kindern suchtkranker Eltern eine Stimme geben

Vom 10. bis 16. Februar findet im Berner Kulturzentrum Progr so die Ausstellung «Sucht – ein ungebetener Gast» statt. Mit dieser Aktionswoche in Bern will man vor allem eines: Kindern suchtkranker Eltern eine Stimme geben

Platzspitzbaby Mia, das Mädchen, das in den 90er-Jahren in der Obhut ihrer heroin- und kokainabhängigen Mutter aufwuchs, berührt derzeit die Schweizer Kinobesucher. Tausende Zuschauer leiden aktuell in den Kinosälen mit, wie die Schülerin den Launen ihrer süchtigen Mama ausgeliefert ist. Der Film, der auf einer wahren Geschichte basiert und jetzt allen vergessener Kindern drogensüchtiger Eltern gewidmet wird, steht in der Schweizer Kinohitparade auf Platz eins.

Nicht nur der Schweizer Streifen macht jetzt auf dieses düstere Thema aufmerksam. Vom 10. bis 16. Februar findet im Berner Kulturzentrum Progr die Ausstellung «Sucht – ein ungebetener Gast» statt. Dies im Rahmen der nationalen Aktionswoche für Kinder von suchtkranken Eltern. Auch heute hat die Thematik Brisanz: Schätzungsweise 100'000 Kinder in der Schweiz wachsen derzeit mit einem suchtkranken Elternteil auf – oft ist das Laster der Alkohol.

Kinder schweigen aus Liebe

Längst sind nicht alle Fälle bekannt. Denn: «Kinder aus suchtbelasteten Familien lieben ihre Eltern und wollen ihnen keinen Schaden zufügen. Deshalb wird die familiäre Situation meist geheim gehalten und die Kinder tragen die Last dieses Geheimnisses während der ganzen Kindheit», heisst es bei den Fachleuchten.

Hinter der Fassade würden die Betroffenen jedoch leiden: «Sie sind täglich mit Angst, Scham, Schuldgefühlen, Unsicherheit und nicht zuletzt mit Isolation konfrontiert.» Ein Drittel dieser Kinder und Jugendlichen würden im Erwachsenenalter selber mit einer Suchtproblematik kämpfen, ein weiteres Drittel leide an einer psychischen Erkrankung.

Gespräche für Betroffene

Die Ausstellung «Sucht – ein ungebetener Gast» – organisiert vom Aebi-Hus, von der Berner Gesundheit, dem Blauen Kreuz, Contact und dem Psychiatriezentrum Münsingen – soll nun weiter versuchen, die Öffentlichkeit fürs Thema zu sensibilisieren. So können sich etwa am Donnerstagabend Betroffene untereinander austauschen.

Am Freitagabend wird im Kino CineCamera dann auch der Film Platzspitzbaby gezeigt. Anschliessend wird im Kinosaal diskutiert. Denn mit der Aktionswoche in Bern will man vor allem eines: Kindern suchtkranker Eltern eine Stimme geben.

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