Aktualisiert 18.09.2014 11:58

Koh-Tao-Morde

«Sind Touristinnen in Bikinis wirklich sicher?»

Nach einem Mord an zwei Touristen in Thailand hat Putschführer und Regierungschef Prayuth Chan-ocha mit einer Bemerkung über leicht bekleidete Besucher Empörung ausgelöst.

von
cfr

«Touristen meinen, sie könnten machen, was sie wollen, aber sind sie im Bikini wirklich sicher?», sagte Putschführer und Regierungschef Prayuth Chan-ocha. Die Gefahr gelte natürlich nur für hübsche Frauen, fügte er in einer Bemerkung hinzu, die offenbar als Scherz gedacht war. Für Wirtschaftsprofessorin Pavida Pananond zeugen Prayuths Äusserungen von tief sitzenden sexistischen Ansichten, dass leicht bekleidete Frauen für Übergriffe von Männern selbst verantwortlich sind.

«Burka für Frauen am Strand?»

Auch in sozialen Netzwerken kritisierten viele Nutzer die Entgleisung am Donnerstag. «Ich schäme mich, dass mein Land mit solchen dummen Ansichten in Verbindung gebracht wird», schrieb ein Thailänder auf Facebook. «Will Thailand etwa als erstes buddhistisches Land die Burka für Frauen am Strand einführen?», meinte jemand auf Twitter.

«Offenbar ist das Paar teilweise selber schuld, dass es auf Koh Tao ermordet wurde. Sie trug ja ein Bikini ... was erwartet sie denn.»

«Wird man zum Ziel, wenn man ein Bikini trägt? Ausser wenn man nicht hübsch ist ... Merkst du, wie lächerlich du klingst Prayuth Chan-ocha?!»

«Jemand sollte General Prayuth sagen, dass Hannah kein Bikini trug, als sie getötet wurde.»

«Prayuth befürchtet, dass Thailands Bild unter dem Mordfall leidet, dabei sind seine Bemerkungen über Touristinnen in Bikinis nicht weniger schädlich.»

Prayuth entschuldigt sich

Als Reaktion auf den Shitstorm, den sein Bikini-Kommentar ausgelöst hatte, entschuldigte sich Militärchef Prayuth mittlerweile. Er habe «niemanden beleidigen wollen».

«Thailands Militärchef sagt, er habe niemanden beleidigen wollen, er habe nur gefordert, dass die Leute vorsichtig sind».

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