Bienensterben: Sind Wildbienen die besseren Bienen?
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BienensterbenSind Wildbienen die besseren Bienen?

Der Nationalrat diskutiert ein Pestizid-Verbot zum Schutz der Bienen. Wildbienen können in einigen Fällen eine Alternative bieten, sagt der Bienen-Experte im Video-Interview.

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P. Rüegg / S. Heusser

Die Ursachen des weltweiten Bienensterbens sind noch nicht komplett erforscht. Neben Parasiten und Krankheiten, Klimawandel und dem Rückgang der natürlichen Lebensräume spielen Pestizide eine wichtige Rolle. Das stellte ein Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP von 2011 fest.

Am Mittwoch behandelt der Nationalrat nun drei Vorstösse, die alle den Schutz der Bienen zum Ziel haben. Eine Motion birgt besonders viel Sprengstoff: Sie will den Einsatz sogenannter Neonicotinoide (Box) beschränken. Es kommt damit zu einem eigentlichen Showdown zwischen dem Agrarmulti Syngenta und Bienenfreunden. Nachdem das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) im April bereits die Sistierung dreier Wirkstoffe für Mais- und Rapskulturen angekündigt hatte, will die Motion den Einsatz der Insektizide auch für Sonnenblumen verbieten. Daneben soll die verbotene Gift-Gruppe um mehrere Wirkstoffe erweitert werden.

Im Lichte dieser Entwicklungen suchen Landwirte vermehrt nach Alternativen. Laut Agronom Claudio Sedivy kommen dabei immer häufiger komplett eingenetzte Obstplantagen zum Einsatz. «Die Isolation hält neben Krankheiten und Schädlingen aber auch die Bienen fern», so Sedivy. Gezüchtete Wildbienen fühlen sich jedoch ganz wohl unter den Netzen und bieten sich, ökologisch nachhaltig, als Bestäuber an (Video).

Neonicotinoide werden seit den 1990er Jahren verkauft und gehören zu den weltweit verbreitetsten Pflanzenschutzmitteln. Die Nikotin-verwandten Nervengifte wirken auf Insekten sehr toxisch. In Säugetieren und Menschen ist die Wirksamkeit geringer.

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