Handy-Tarife: Sinken die Preise doch?
Aktualisiert

Handy-TarifeSinken die Preise doch?

Der designierte Chef des geplanten Telekomkonzerns Orange/Sunrise, Thomas Sieber, hält die Hoffnung auf günstigere Mobilfunktarife wach: Die Preise im Mobilfunk würden nach der Fusion sinken, «nur schon weil die Preise im Mobilfunk generell nach unten zeigen».

Die potentiellen Synergien zwischen Orange und Sunrise seien sehr gross. Der Wettbewerb würde sich nach einem Zusammenschluss intensivieren, zeigte sich Sieber im Interview mit der «Handelszeitung» vom Mittwoch überzeugt.

Auch Swisscom-Chef Carsten Schloter hatte Befürchtungen über eine weitere Marktkonzentration unlängst zu zerstreuen versucht: Die Preise würden jedes Jahr 7 bis 10 Prozent sinken, unabhängig davon, ob es einen Mitbewerber gebe oder nicht, sagte Schloter.

Preise stiegen 2009

Im laufenden Jahr traf diese Aussage für viele Handynutzer in der Schweiz aber nicht zu, wie neuste Zahlen des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM) belegen: Die Preise für mobiles Telefonieren stiegen bei durchschnittlicher Nutzung gegenüber 2008 um 0,9 Prozent-

Weniger schnell wachsen wird laut Sieber der Antennenwald: Als fusioniertes Unternehmen benötigte Orange/Sunrise bis 2014 rund ein Drittel weniger zusätzliche Antennenstandorte; als separate Unternehmen müssten Orange und Sunrise bis in fünf Jahren 7800 Standorte haben. Heute unterhalten sie 5600.

Synergien will Sieber auch nutzen, um den Abbau von Stellen einzugrenzen. Wie viele Stellen der Fusion zum Opfer fallen, könne er noch nicht sagen, erklärte der Orange-Chef.

Gute Chance für beide Marken

Die Marken Orange und Sunrise seien in der Schweiz etabliert, sagte Sieber. «Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir in nächster Zeit mit beiden Namen am Markt auftreten werden.»

Die Orange-Muttergesellschaft France Télécom gab in der letzten Woche ihre Pläne bekannt, Sunrise mehrheitlich zu übernehmen und anschliessend die beiden Unternehmen zu fusionieren.

Sieber ist zuversichtlich, dass das neue Unternehmen an den Start gehen kann. «Ich habe den Eindruck, dass man den Zusammenschluss wohlwollend prüfen wird», sagte er mit Blick auf den Entscheid der Wettbewerbskommission (WEKO). (sda)

Deine Meinung