Aktualisiert 05.08.2008 17:56

AussenhandelSinkende Exporte gefährden Schweizer Arbeitsplätze

Der Schweizer Aussenhandel schwächt sich ab. Das dämpft das Wirtschaftswachstum und gefährdet Jobs.

von
Jeannette Schläpfer

Der Schweizer Aussenhandel ist im ersten Halbjahr 2008 ­inflationsbereinigt um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr geschrumpft. Schuld daran ist die sinkende Nachfrage in den Industrieländern, die satte 78 Prozent unserer Exportgüter abnehmen. Mit rund 63 Prozent hält die Europäische Union daran den grössten Anteil. Damit bekommen auch wir die wirtschaftliche Abkühlung in den EU-Ländern zu spüren. «Nominell steigt das Exportvolumen zwar noch, real ­jedoch schon nicht mehr», erklärt David Marmet, Senior Swiss Economist der Zürcher Kantonalbank. Er rechnet damit, dass sich die Schweizer Exportwirtschaft weiter abschwächen wird. «Den Tiefpunkt dürften wir Ende drittes, Anfang viertes Quartal sehen, wenn die Abflachung auch ­nominell spürbar wird», ergänzt er.

Die Exportwirtschaft trägt in der Schweiz wesentlich zum Wirtschaftswachstum bei. Ihr Anteil am Bruttoinlandprodukt (BIP) beträgt mehr als 55 Prozent. Das schlägt sich auch in der Beschäftigung nieder: Mehr als die Hälfte aller in der Industrie Beschäftigten arbeitet in den grössten Export­industrien Metalle, Maschinen, Chemie, Textilien und Be­kleidung sowie Uhren. Das waren Ende des ersten Quartals 2007 rund zehn Prozent aller ­Erwerbstätigen. Nimmt das ­Exportwachstum weiter ab, ­gefährdet dies auch Arbeitsplätze.

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