Aktualisiert 13.11.2007 16:39

RadSinkewitz-Verfahren eingestellt

Die Ermittlungen der Bonner Staatsanwaltschaft gegen den Radsportler und Dopingsünder Patrik Sinkewitz sind gegen eine Geldbusse eingestellt worden.

Mit Zustimmung des Landgerichts Bonn sei die Zahlung einer fünfstelligen Summe zugunsten verschiedener gemeinnütziger Einrichtungen vereinbart worden, teilte Oberstaatsanwalt Fred Apostel am Dienstag in Bonn mit.

Gegen den ehemaligen T-Mobile-Fahrer war wegen Betrugs zum Schaden seiner Vertragspartner ermittelt worden. Für die Einstellung des Verfahrens habe gesprochen, dass Sinkewitz sich im Verlauf der Ermittlungen kooperativ und geständig gezeigt habe. Durch seine Aussage hätten wertvolle Erkenntnisse über Dopingpraktiken im Radsport gewonnen werden können, erklärte Apostel.

Sinkewitz' Doping-Geständnis hatte dazu geführt, dass das Bundeskriminalamt die ehemaligen Arbeitsräume und Wohnungen zweier früherer Ärzte des Radteams T-Mobile in der Freiburger Uniklinik durchsuchte. Die Ärzte hatten ihre Mitwirkung beim Doping von Radsportlern eingeräumt. Darauf trennte sich die Freiburger Uniklinik von ihnen.

Sinkewitz, der bei der diesjährigen Tour de France des Dopings mit dem Hormon Testosteron überführt worden war, hat laut Staatsanwaltschaft auch ohne eine weitere strafrechtliche Verfolgung mit beträchtlichen Sanktionen zu leben. Den Exprofi, der seinen Arbeitsplatz und andere Einnahmequellen bereits verloren hat, dürften eine längere Sperre sowie erhebliche finanzielle Forderungen von Seiten seines ehemaligen Arbeitgebers und Sponsoren erwarten. Ein angemessener Geldbetrag im fünfstelligen Bereich erschien daher ausreichend, erklärte Apostel. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.