Aktualisiert 23.08.2005 16:32

Sintflut schränkt Handy-Verkehr ein

Swisscom und Sunrise kämpfen gegen die Schäden, die das Hochwasser am Telefonnetz angerichtet hat.

In der Innerschweiz, im Berner Oberland und im Engadin kann man nur eingeschränkt mit dem Handy telefonieren.

Die Netzabdeckung von Swisscom Mobile konnte im Laufe des Dienstagnachmittags in einigen Gebieten wieder hergestellt werden, wie die Swisscom mitteilte. So wurden verschiedene Basisstationen mit mobilen Notstromgruppen versorgt - wenn nötig auch durch die Luft -, oder es konnten Ersatzschaltungen mittels Richtfunk installiert werden.

Endgeräte haben in den betroffenen Gebieten keinen Empfang. Wo Empfang besteht, kann es zu Überlastungen kommen. Die Bevölkerung wird deswegen gebeten, Handys sparsam zu benutzen, um keine Kapazitäten für die Rettungskräfte zu belegen. Notrufe über das Handy können getätigt werden, wenn mindestens eines der drei Schweizer Mobilfunknetze verfügbar ist.

Auch die Telekommunikationseinrichtungen von Sunrise sind betroffen. In der Zentralschweiz (Raum Zürich Zug-Luzern)und im Berner Oberland (Interlaken-Hergiswil) haben die Wassermassen drei Glasfaserkabel unterspült.

Zudem sind in der Innerschweiz (Raum Sarnen, Engelberg, Stans, Altdorf) und im Berner Oberland (Interlaken-Mürren-Grindelwald) 24 Mobilfunkantennen von Sunrise ausser Betrieb.

Festnetz-Bereich

Im Festnetz-Bereich von Swisscom hat sich die Sitution seit Dienstagmorgen unwesentlich verändert. Wo die Zufahrt zu den Schadensstellen möglich ist, arbeiten Spezialisten an der Störungsbehebung.

Seit 10 Uhr am Dienstagmorgen sind die Telefonzentralen Oey Latterbach und Zwischenflüh im Berner Oberland unterbrochen. Von diesem Ausfall sind 1090 Anschlüsse betroffen. Die Swisscom versucht, gewisse Gebiete im Berner Oberland via Luft mit Notstromaggregaten zu versorgen, wie Sprecher Sepp Frei mitteilte.

Batterien können den Telefonbetrieb nur für 7 bis 48 Stunden aufrecht erhalten, wenn öffentliche Stromnetze ausfallen. Für längere Stromausfälle werden Stromaggregate benötigt.

Seit Montagabend 23 Uhr ist die Netzzentrale Emmenbrücke LU teilweise wieder in Betrieb, wie die Swisscom mitteilte. Teile der rund 4000 Anschlüsse stehen seither wieder zur Verfügung. Nach wie vor unterbrochen bleiben 400 Anschlüsse im Raum Littau/Malters sowie die zirka 750 Anschlüsse in Melchtal und Melchsee-Frutt.

Mit Hochwasserschutz gesichert

In der Nacht auf Dienstag wurden die Netzzentralen Luzern Floraweg und Thun mit einem Hochwasserschutz gesichert. Vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden die Zentralen Wesen SG mit 1200 Anschlüssen, Grund (Luzern-Stadt) mit 420 Anschlüssen sowie Gais AR mit 650 Anschlüssen.

In diversen Sperrgebieten in den Kantonen Obwalden, Uri, Berner Oberland und Graubünden kam es zu Stromausfällen. Die Zentralen Wilen, Oberwilen, Giswil, Flüeli-Ranft, Engelberg, Isenthal, Bristen, Wilderswil, Reichenbach im Kandertal, Lauterbrunnen, Grindelwald, Lauterbrunnen, Mürren, Brienz (Berner Oberland), Klosters GR laufen mit Batteriebetrieb.

Wegen Hangrutschen und unterspülten Brücken und Strassen sind diverse Glasfaserkabel unterbrochen, so auf den Strecken Grindelwald-Interlaken, Engelberg-Wolfenschiessen und Klosters-Küblis.

(sda)

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