Skandal-Penalty: Sion-Goalie büsst erneut für Sulejmani-Schwalbe
Aktualisiert

Skandal-PenaltySion-Goalie büsst erneut für Sulejmani-Schwalbe

Keine Gnade für Andris Vanins: Der Keeper des FC Sion muss ein Spiel aussetzen. Obwohl er gegen YB fälschlicherweise vom Platz flog.

von
Peter Berger

Der Disziplinarrichter im Spielbetriebswesen der Swiss Football League bestätigte die Sperre des 35-jährigen Letten nach dem Penalty-Entscheid und dem Platzverweis im Spiel vom Sonntag gegen die Young Boys.

Zuvor war YB am Montagnachmittag in die Offensive gegangen. Medienchef Albert Staudenmann versuchte Miralem Sulejmani in der öffentlichen Meinung zu entlasten und verschickte 20 Minuten ein Foto, das belegen soll, dass es zwischen dem YB-Stürmer und Sion-Goalie Vanins tatsächlich zu einem Kontakt gekommen war.

Nur eine leichte Berührung

In der Tat scheint Vanins den Serben leicht berührt zu haben. Ob das aber reichte, den Sturz im Strafraum zu verursachen, oder ob es nicht vielmehr die Schwerkraft war, verbunden mit einer grossen Portion Schlitzohrigkeit, das kann auch das Bild-Material nicht abschliessend klären.

Fakt ist, dass die Szene in der 68. Minute der Partie zwischen YB und Sion matchentscheidend war. Vanins wurde von Schiedsrichter Sascha Amhof des Feldes verwiesen, YB glich mittels Foulelfmeter zum 2:2 aus und gewann die Partie schliesslich 3:2. Sions Präsident Christian Constantin war über derart viel Unbill derart erbost, dass er drohte, den Unparteiischen vor ein Zivilgericht zu schleppen.

Amhof fiel auch schon auf Sion-Schwalbe herein

Wie dem auch sei. Schwalbenkönige sind im Fussball nichts Neues. Auch Constantin wird sich erinnern, dass im Februar 2015 sein Stürmer Moussa Konaté im St.-Jakob-Park ohne Körperberührung zu Boden ging. FCB-Goalie Tomas Vaclik sah damals ebenfalls die Rote Karte und musste die Sperre danach auch absitzen. Der Schiedsrichter hiess auch damals Sascha Amhof. Konaté kam straffrei davon, wie jetzt auch Sulejmani. Der Liga-Justiz fehlt die Handhabe, um gegen derlei Unsportlichkeiten vorzugehen.

Bereits 2008 (Virgile Reset/Sion) und 2010 (Stephan Andrist/Thun) waren Versuche gescheitert, Spieler für eine Schwalbe nachträglich zu sperren. Dass unschuldige Goalies wie Vaclik von ihrer Sperre enthoben werden, ist selten. 2002 wurde GC-Keeper Fabrice Borer (gegen Hervé Tum/Basel) und 2007 St. Gallens Goalie Stefano Razzetti (gegen Frimpong/YB) vom Disziplinarrichter die Sperre erlassen.

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