Aktualisiert 30.03.2013 18:43

Eric Idle

Sir «Spamalot» ist 70 geworden

Kann das ein Zufall sein? Eric Idle, Mitgründer der Kulttruppe Monty Phyton, wurde am Karfreitag 70-jährig. Seine berühmteste Szene zeigt den Komiker am Kreuz - fröhlich ein Lied pfeifend.

von
jam

Die einen schwärmen von Eric Idles Musical «Spamalot». Andere werfen dem Monty-Python-Star vor, den eigenen Idealen untreu geworden zu sein und Dosen-Komik zu produzieren. Heute Freitag wurde er 70 Jahre alt.

Egal, welche Kritik von Fans oder Kollegen er heute zu hören bekommt, mit einer einzigen Szene und einem Song hat er sich seinen Platz im Comedy-Olymp gesichert: Im legendären Python-Film «Life of Brian» (1979) hing er am Kreuz und sang den von ihm geschriebenen späteren Superhit «Always Look On The Bright Side Of Life».

Seine Karriere umfasst einiges mehr, doch diese Szene hat sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Zu seinem Geburtstag wird er von den einen als genialer Komiker gefeiert, während andere kritisieren, dass er heute nur noch vom alten Python-Ruhm lebe.

Ist Idle handzahm geworden?

«Recycling würde ich das nicht nennen», sagte Idle zur Deutschlandpremiere seines Musicals «Spamalot» der «Süddeutschen Zeitung». Für das in Ländern rund um den Globus laufende Stück hat Idle den Python-Film «Monty Python and the Holy Grail» («Die Ritter der Kokosnuss», 1979) umgearbeitet.

Im Londoner West End und am New Yorker Broadway landete er damit Riesenerfolge. Doch wurde ihm auch vorgeworfen, jetzt genau das zu machen, wogegen die Kult-Comedytruppe Monty Python in den 1970er Jahren ankämpfte: seichte Komik, die nur zur Unterhaltung dient, und ihre Bissigkeit verloren hat. Handzahm soll er geworden sein.

Mitteilungsbedürfnis

Doch Idle weist das zurück: «Ich lasse mich von den alten Python-Sachen inspirieren. Ich präsentiere den Stoff ja auf eine andere Art, aus Dialogen werden Tänze und Lieder, das ist etwas Neues.» Ab 13. April wird das Musical im Zürcher Theater am Hechtplatz als Schweizer Erstaufführung gezeigt.

Neben «Spamalot» arbeitet Idle derzeit an einem weiteren Buch, schreibt munter und teilweise seitenlang in seinem Blog, und rief beim Internetdienst Twitter dazu auf, dass er dringend die Marke von 100'000 Mitlesern knacken wolle - was ihm auch gelang.

Zum Vergleich: Python-Kollege John Cleese hat mehr als 2,5 Millionen Follower. Idle will gehört werden. Anders als Cleese hat der Brite allerdings nie mit grossen privaten Skandalen Aufmerksamkeit auf sich gelenkt.

Tragisches Schicksal

Seit vielen Jahren lebt er mit seiner zweiten Frau und der gemeinsamen Tochter in Los Angeles. Seinen «ersten Auftritt», wie er es selber ausdrückt, hatte er am 29. März 1943 im Harton Hospital im Städtchen South Shields im Nordosten Englands.

Seine Kindheit wurde vom Tod seines Vaters überschattet, der in tragischer Ironie aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt war, um dann an Weihnachten bei einem Autounfall ums Leben kam. Idles Mutter kam mit dem Verlust schwer zurecht, ausserdem arbeitete sie Vollzeit. Sie schickte den Jungen auf ein Internat.

Die Erinnerungen daran sind keine besonders guten, wie Idle später in Interviews immer wieder verriet. Allerdings sei ihm so langweilig gewesen, dass er freiwillig gebüffelt habe - was ihm einen Platz an der Uni Cambridge einbrachte.

«Beatles der Comedy»

Dort wurde er in die traditionsreiche Footlight-Theatergruppe aufgenommen, bekannt für Satire und Comedy. Auch Cleese war dort Mitglied. 1969 startete dann «Monty Pythons Flying Circus» im BBC-Fernsehen. Doch die «Pythons» wuchsen bald über den Bildschirm hinaus, machten Bühnenshows, Filme.

Sie wurden immer einflussreicher und entwickelten sich zu dem, was heute mancher gern als «Beatles der Comedy» bezeichnet. Eine Zeit, auf die nicht nur Idle heute noch gerne zurückblickt.

(Video: Youtube/thebrat307101) (jam/sda)

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